Vollständige Version anzeigen : Die große Überfahrt
Nemesis
13th April 2005, 01:03
Die Angst eines jungen Mannes der den ersten Schritt in die große weite Welt setzt, begleitet ihn eine lange Weile lang.
Weiter noch als die Schritte führen, und oftmals noch bis über den Tot hinaus.
Manchmal fragt man sich ob dieses Gefühl der Ungewissheit und der Furcht, nicht das ist was uns am Leben erhält und uns Begleitet bis die alles ernährende Liebe uns auf immer verlässt.
Viele Gefühle mögen in einem Jungen vorgehen der seine Vergangenheit hinter sich lässt um Zukunft in neuen Zielen und neuen Gefilden zu finden.
Viele Gefühle und viele Eindrücke doch die Angst im Schritt in die Ungewissheit wird wohl das stärkste dieser Gefühle sein.
Denn wohl gewappnet war er, der Junge Herr.
An der Reling stand er, mit einer Hand am Seile gelehnt.
Von der Mutter das Hemd aus Leinen, geschenkt zum 14. Jahrestag.
Vom Vater die Hose aus Leder, ja er selber hatte es erlegt als der wilde Eber blind vor Wut auf die Pferde stürmte.
Ach, wie wurde er gefeiert, wie wurde er geliebt. Ein starker junger Mann war er geworden, denn mit dem Schwerte vermag er sich zu wehren.
Ja, sein Schwert. Sein Großvater trug es im großen Krieg der Nordfürsten und eines wusste er genau, mit Stolz würde er es tragen.
Doch schüchtern stand er da und seine Hand grub sich immer tiefer in das feste Tau des kleinen Schiffes.
Der Küstenstreifen am Horizont zog sich weit hinab und gebannt, sah der Junge gen Osten.
Auch er sollte bald seinen Fuß auf das mysteriöse und magische Festland setzen, von dem schon so viele Geschichten, doch noch kein Mensch zurück gekehrt.
Land soll es geben so fruchtbar wie die Gärten Silvas.
Und Dörfer so zahlreich wie die Kinder Reas.
Argrus Lancedar, ein Mann aus Gold soll er sein, und stolz und aufrecht durch die Lande reiten.
Freundschaft und Frieden soll diese Welt regieren und bald würde er einer von ihnen werden.
Ein Kind des Kontinents des Ostens.
Ein Teil eines Traumes.
Ein Sohn Alirions!
Die Gefühle überwältigten ihn und langsam zerbrach die große Insel am Horizont in viele kleine Teile, die langsam an seiner Wange hinunter kullerten.
Ein Krachen ließ den Jungen aufschrecken und ein Ruck stieß ihn fast von Bord, hätte er sich nicht am Seil gehalten.
Taue wurden auf das Schiff geworfen und die Mannschaft verankerte sie an mächtigen eisernen Ösen die aus dem Holz ragten.
Der junge glaubte seinen Augen nicht.
Denn Hafen an der Fenris Bucht war nicht von großem Ausmaß und die Häuser die er sah, waren meist nur hölzerne bauten.
Doch er war angekommen und das unbeschadet.
Als der Knabe an Land ging, stand er in Mitten einer großen Vielfalt an Hütten und Häusern, Ständen und Zelten.
Die Menschen trugen schöne Kleider aus seltsamen Material.
Die Waffen der Kämpfer glänzten rötlich in der Sonne.
Die Luft hier war viel frischer als zu Hause und die Möwen kreisten schreiend über den Hütten der Fischer.
Ja, man konnte sagen das in diesem Moment die Angst das erste mal ab fiel vom Gewand des Jünglings, und er sich frei mit einem Lachen auf den Lippen durch die Menschen schlängelte.
Er beobachtete die Händler und ihre Waren.
Sah die Zünfte und ihre Arbeiten und kaufte sich sogar einen Apfel von seinem wenigen Geld.
Und als er das Fell eines Ebers gegen einen Schlafplatz und ein Essen tauschte, machte er eine Begegnung die sein Leben verändern würde.
Er hatte das erste mal eine Alirionische Kupfermünze in der Hand und diese würde er niemals vergessen.
„He da, Junge steh da nicht so rum!
Schnapp dir deinen Trog und friss!
Fuhr der Wirt ihn an.
„hier wird nicht gestanden!“
Der Junge setzte sich an einen der wenigen Tische und schlürfte seine Suppe.
Brach langsam sein Brot und beobachtete seine Tischnachbarn.
Einer der beiden Männer war auffallend fett, er trug einen breiten weißen Bart und schmatzte unüberhörbar, wenn er sich die dicke Hammelkeule ins Maul schob.
„was glotztn so Kleiner?“
Fragte er und eine dicke Rinne Saft floss aus seinem Mundwinkel.
Schnell zuckte der Knabe zusammen und löffelte weiter.
„Frisst das Brot noch? So jämmerlich wie du ausschaust schaffst nicht mal die halbe Portion!“
Und der Tisch wurde von einem lauten und tiefen Lachen überzogen.
„Mach nur Spaß Kleiner!“ und eine große Pranke brach dem Jungen fast den Rücken, so das er aufhusten musste und das eben runter gewürgte Brot über den Tisch segelte.
Wieder Lachte der dicke Mann und mit ihm stiegen seine Nachbarn ein.
„Wie heisstn Kleiner?“ Fragte ein Anderer.
Doch der Jüngling stammelte nur leise Bruchstücke.
„Na komm!“ Sprach der Dicke wieder und stemmte den Knaben an der Hüfte hoch.
„Scheinst nen netter Kerl zu sein, ich geb dir nen Tipp. Wenn du jetzt in den Schlafsaal gehst bekommst du die besten Betten.“ und mit lachend fuhr er fort: „such dir einfach eines neben mir und du wirst sicher schlafen!“
Und ein ängstlicher entgegnender Blick sorgte erneut für schallendes Gelächter.
Doch als der große Raum erreicht, staunte der junge nicht schlecht über die gewaltige Ansammlung an Pritschen und Kojen, Strohlagern und Betten.
Und wie der dicke prophezeite, konnte sich die kleine Bande tatsächlich ein paar Betten am Fenster ergattern.
Respektvoll räumten die Mannen die Kojen als der kleine Trupp durch den Saal rollte.
„Mein Name ist Urzael und ich bin Söldner von Beruf, ich diene Sarek Necron dem Ritter hier an der Fenris Bucht! Und bei Karim, wenn du Lust hast kannst du morgen mit uns ziehen als Bursche für die Pferde! Doch hast du uns noch immer nicht erzählt wie dein Name lautet, das ist die Voraussetzung, denn sonst müssen wir dir einen geben Kleiner und der wird sicher nicht nach deinem Geschmack sein!“ Und ins allgemeine Gelächter öffnete der Junge Knappe seine Lippen.
Und voller Freude schrie er:
„SKOPAS werde ich genannt und aus Bralkara komme ich vom Hofe meines Vaters, und ja ich würde mich sehr freuen mich Euch zu kommen edler Ritter!“
Und wieder lachten sie und mit voller Masse wuchtete Urzael den kleinen Skopas in sein Bett.
Denn Schlaf war jetzt das wichtigste was er brauchte.
Der Morgen würde hart werden, ein neuer Tag in einer neuen Welt.
Ein neuer Tag in Alirion und vieles würde noch geschehen.
Samuel
14th April 2005, 11:11
Obwohl er todmüde war, konnte er nicht einschlafen, so aufgeregt war er. Sein Herzklopfen war so laut, dass er Angst hatte die anderen aufzuwecken. Er schwang sich aus dem Bett und ging nach draußen. 'Etwas frische Luft wird mir gut tun.' dachte er sich.
Mit tiefen Zügen inhalierte er die kühle frische Luft und versuchte den Geruch von Schweiß und Bier aus der Nase zu bekommen. Er setzte sich auf den Bordstein. 'Die neue Welt, wer hätte es gedacht, dass ich sie erreichen würde. Alles scheint hier so anders. Selbst der Himmel hat hier ein anderes Bild.' Fasziniert von den Sternen bemerkte er kaum, dass sich ein junges Mädchen neben ihn setzte und ihn ansprach: "Du kannst wohl auch nicht schlafen?" "Hm nein" stotterte er und schaute sie an. Der Vollmond leuchtet so hell, dass er sogar ihr Gesicht erkennen konnte. Sie war wunderschön und ihre langen blonden Haare fingen das Mondlicht ein, so dass sie eher wie ein Engel aussah, als eine junge Frau. "Ich bin Maria" sagte sie "Du bist heute hier an gekommen?" "Ich bin Skopas" erwiderte er schüchtern und nickte. "Versuchs mal mit einem Becher Rum, der hilft." Er verstand nicht und schaute sie ungläubig an. Sie fing an zu lächeln und sagte: "Gegen die Schlaflosigkeit. Und wenn nicht, dann lässt sich wenigsten der Gestank da drin besser ertragen." Jetzt musste er auch lächeln. Sie legte ihm die Hand auf die Schultern und blickte ihm tief in die Augen: "Mach dir keine Sorgen, bisher hat jeder hier sein Glück gefunden". Mit einem Kuss auf die Wange verschwand sie in der Nacht. Er schaute ihr noch eine Weile nach und ging wieder ins Bett. Während er noch überlegte, ob sie Wirklichkeit war, oder nicht, fiel er in einen tiefen und festen Schlaf.
bretto
18th April 2005, 18:05
...Schweigend hatte er das Geschehen beobachtet. Immer eins mit den Schatten und verschmolzen mit der Dunkelheit hatte er auf dem Dachfirst gekauert und und den Jungen und das schöne Mädchen beobachtet.
- "Das Mädchen könnte einiges wert sein," dachte er bei sich. "Zumindest ich würde für das kleine Goldlöckchen bezahlen."
Er war Lorak der "Schattenwolf" - bekannt als Dieb, Erpresser und Mörder. Auch wenn dies nicht seine einzigen guten Eigenschaften waren, denn darüber hinaus war es ein begnadeter Lügner, Säufer und Hurenbock. Kurz gesagt niemand dem man gern begegnete auch wenn er sich selbst oft lediglich als "ehrbarer Bediensteter seiner Geldbörse" oder auch als "freischafender Assassine und Kopfgeldjäger" bezeichnete.
Oft diente sein Name als Schrecken für Kinder und in Kneipen war, wenn er erschien immer schnell ein freier Tisch gefunden - oder er schuf sich mit Nachdruck einen.
Sein Problem war im Moment allerdings, dass sein Ruf zwar beständig wie eh und jeh war, sein Beutel jedoch bereits drohte Schimmel anzusetzen. Die letzte Zeit war nicht sonderlich einträglich gewesen - es war einfach zu friedlich in Alirion geworden, wie sollte ein ehrbarer Mörder da sein Brot verdienen?
Seit Tagen ernährte er sich von dem was er zusammenstahl oder in einsamen Gassen gewaltsam an sich brachte.
"Ja so ein Ruf hat auch seinen Preis," sinnierte er "wäre ich weniger bekannt könnte ich einfach einen kleinen Auftrag annehmen aber wenn ich einmal absichtlich die Leiter hinuntersteige werde ich niemals meinen Namen wahren."
Doch nun hatte dass Glück ihn angelacht und ihm einen grünen Jungen geschickt, in dessen Taschen wahrscheinlich einige Goldmünzen steckten und noch dazu einen kleinen goldenen Engel den man vielleicht mit einem Teil davon überzeugen könnte ihm das Bett zu wärmen und wenn nicht; es gab Orte wo man ihm ein stolzes Sümmchen für sie zahlen würde.
Das einzige Problem dabei war dieser vermaledeite Urzael - wenn auch von Äusserem und Manieren durchaus Lorak gleich, würde er trotz allem wohl kaum damit einverstanden sein, dass man dem Knaben die Kehle durchschnitt - scheinbar mochte er den Kleinen.
"Nun denn wir werden sehen, mein Kleiner," zischte er in die kühle Nachtluft "das Täubchen und dich behalte ich wohl mal im Auge."
Kurz darauf war der First wieder leer...
Feanor
18th April 2005, 18:43
Vier Uhr Morgens.
Ein Trupp Soldaten nähert sich der kleinen Pforte an der Südmauer der Stadt.
Einer der Soldaten trägt einen eckigen Gegenstand.
Der stolze Feldherr Maedhros des Herschers Feanor, begleitet von 7 Soldaten.
Sie tragen nur leichte Rüstungen damit kein Klirren zu hören ist und bewegen sich mit der Gewandheit von Männern, die auch im Schleichen eine Ausbildung genossen haben.
Vor dem Tor angekommen hebt Maedhros die Hand.
Einer der Soldaten hebt das Tuch von dem Gegenstand, das sich nun als Käfig erweist.
Der Falke darin schreit einmal auf.
-Das vereinbarte Zeichen.
bretto
18th April 2005, 18:47
Langsam öffnet sich das Tor unter leichtem Knarzen und eine in schwarz gehüllte Gestalt schiebt sich ins Freie.
"Ich grüsse euch." grinst der Dieb die Soldaten an, "ich hoffe doch ihr habt meine Bezahlung nicht vergessen?"
Feanor
18th April 2005, 19:04
Mißbilligend wirft der Feldherr Lorak einen Beutel zu.
Es klimpert leicht.
Der Dieb fängt den Beutel geschickt und verschmilzt wieder mit der Dunkelheit.
Maedhros gibt einige geflüsterten Befehle und die Soldaten verschwinden in zweiergruppen in der Stadt.
Zehn Minuten später treffen sie sich wieder.
"Das Schloss ist nur von 2 Wächtern besetzt, den Statthalter können wir als letztes erledigen."
"An jedem Tor ebenfalls 2 Wächter, die ergeben sich bestimmt wenn wir die Garnision ausgeschaltet haben."
"2 Wächter vor dem Garnisionstor und bestimmt 20 Soldaten schlafend darin. Die Waffenkammer ist ebenfalls dort."
"In der Taverne befindet sich Uzrael, dient soweit ich weiß momentan Sarek Necron, der könnte uns untertüzen, wenn wir ihn fragen."
Ein Stirnrunzeln von Maedhros: "Uzrael ist ein versoffener, stinkender, unsoldatischer Trunkenbold. Wir können ihn ansprechen wenn alle Stricke reißen.
Ersteinmal machen wir uns auf zur Garnision. Wenn ihr nichts übersehen habt sollte die ganze Aktion schnell gehen.
Die Wachen der Garnision lautlos töten, reingehen, Kontrolle über die Waffenkammer übernehmen, den schlafenden die Waffen abnehmen, sie gefangen nehmen.
Auf jetzt, Sieg und Ruhm Arodon."
Nemesis
18th April 2005, 19:51
Ein Schauer überkam den jungen Kämpen, als sich die knochige Hand auf seine Brust legte.
Skopas war wie gelähmt vom Anblick dieser von Kutten behagenden Kreatur.
Unverständliche doch stetig aggressivere Laute zischten unter der Kapuze hervor, dessen tiefer Schatten ein Gesicht verbarg welches unmöglich einzusehen war.
„Zzz`ach Shot`rrr inzzsss Krrr`possssch!“ Und Skopas riss es aus dem Schlaf.
Vor ihm stand Urzael, dessen Finger an den Lippen, ihm zur Ruhe bewog.
„Ruhe Kleiner! Wir haben Besuch.“
Urzaels Begleiter stand gegürtet am Fenster und betrachteten die Straße, während der zweite an der Tür horchte.
„Zieh dir deine Sachen an, wir müssen hier weg!“ flüsterte der beleibte Freund, wenn man bei diesem Organ überhaupt von einem Flüstern reden konnte.
Während Skopas sein weniges Hab und Gut zusammen glaubte, versuchte er einen klaren Kopf zu bekommen.
Wer war die seltsame Erscheinung in seinem Traum und was hatte das alles mit diesem schnellen Aufbruch zu tun.
„Wozu denn diese Eile?“ kamen aus seinen Lippen hervor, als er sein Schwert angelegt, vor seinem Begleiter stand.
„Mein Kleiner, wir haben jetzt keine Zeit dir die Politik Alirions zu erklären. Nur soviel muss reichen. Dieses Dorf besitzt keinen königlichen Schutz mehr und das lassen sich wohl einige nicht entgehen.
Wir müssen hier verschwinden, bevor die Bewohner Wind davon bekommen das sich Andere an ihren Kammern zu schaffen machen, sonst endet das in einem heillosen Debakel und ich habe keine Interesse daran einen solchen Knaben wie dich so früh schon im Kampf zu testen!“
Damit nahm Urzael seine breite Axt von der Schulter und öffnete die Tür.
Als der kleine Trupp die Herberge verließ, war ein grausiges Schreien zu hören.
Rufe und Pfiffe verbunden mit einem Krachen durchstreifte die schmalen Gassen des Dorfes.
Langsam ließen sich die Recken im Schatten einer Kutsche nieder und erwarteten die Rückkehr von
Lars dem Langen, der als schnellster unter ihnen den weg auskundschaftete.
„Diese Verbrecher haben die Garnison angezündet und die Türen verschlossen!“ rief Lars außer Atem. „Die armen Schweine brennen wie Weihnachtsbäume!“
Urzael zögerte keine Sekunde und lief schnurstracks in Richtung..... Stadttor! :)
„Mein Herr ist ein friedlicher Ritter und möchte sich nicht in solche Aktivitäten einmischen!“
Schrie er noch als er und seine Mannen das Dorf verließen.
Langsam gefolgt, von einem verschreckten Skopas dem eines nicht aus dem Kopf gehen wollte:
„Was um alles in der Welt würde nun mit diesem Mädchen geschehen?“
Feanor
18th April 2005, 20:59
Leise schlich der Trupp durch die Gassen
Als sie um eine Ecke bogen konnten sie die Garnison am anderen Ende der Strasse erkennen.
Vor der Tür konnte man einen aufgeklappten Kanaldeckel sehen.
Die beiden Wächter lagen erschlagen vor der Tür.
Fünf Bogenschützen ließen Feuerpfeile auf das Dach prasseln, ein besonders dreckiger und zerlumpter Mann schob gerade einen Riegel vor die Tür.
"Verdammt, das sind die Männer Old Mc Muffs.
Ich dachte wir hätten die Informationen, das dieses Dorf heute abend auf die Liste des Königs gesetzt werde von einem vertrauenswürdigen Informanten am Hofe erhalten?
Der wird noch dafür bezahlen uns Informationen aus zweiter Hand zukommenzulassen.
Und dann auch noch dieser undiszilinierte, unmilitärische Haufen, wenn sie ein wenig später gekommen wären, hätte es keine weiteren Toten geben müssen.
Caranthir?"
"Ja, Herr?"
"Du nimmst einen weiteren Soldaten und gehst zum Stadttor. Keiner soll die Stadt verlassen bis wir die Dinge nicht geregelt haben. Vor dem Tor ist genügend Platz, niemand sollte da etwas geschehen, selbst wenn diese Chaoten auf Hoffnung auf die Belohnung des Königs die ganze Stadt anzünden.
Wir anderen sehen nach dem Schloss- Dort sollten die Schatzkammern des Herschers sein.
Noch können wir einen ordentlichen Gewinn aus dieser Aktion ziehen.
Vorwärts."
Adular
19th April 2005, 12:22
In der Ferne verklangen nun langsam die Schreie der Dorfbewohner und das Knacken der nun zahlreich lodernden Hütten. Dicke Rauchschwaden zeugten davon, das hier wohl bald wieder neues Siedlungsland frei werden würde...
Urzael konnte das egal sein. Solange er nur genügend Abstand zwischen sich und die plündernden Horden brachte, würden sie wohl nicht behelligt werden. Skopas schien das alles erst so nach und nach zu realisieren, doch Urzael konnte ihn nur zu gut verstehen. „Wollen doch mal sehen, aus was für einem Holz unser neuer Pferdejunge geschnitzt ist!“ raunte er einem seiner Männer zu.
„HEY SKOPAS! Siehst du dort vorne den Hügel, hinter dem der Weg verschwindet?!“ Skopas Blick folgt seinem ausgestreckten Arm. „Ja Herr, was ist damit?“ „Ich möchte das du voraus läufst und dich vergewisserst, das der Weg dahinter für uns gut passierbar ist. Traust du dir das zu?“ Sichtlich stolz strahlte er Urzael an. Vergessen schien der Schrecken der Morgenstunden und eifrig antwortete er: „Ja, natürlich. Ihr werdet sehr zufrieden mit mir sein!“ „Nun gut, wir werden solange hier rasten und dann deinen Bericht abwarten.“
Sofort begann Skopas den Weg entlang davon zu laufen, schlug sich jedoch nach kurzer Zeit ins Unterholz und näherte sich vorsichtig dem Hügel.
„Lars“, flüsterte Urzael seinem Späher zu, „du wirst ihn im Auge behalten und schauen wie er es anstellt.“ „Verstehe, dachte mir schon meinen Teil, als ihr an einer so ungefährlichen Stelle eine Kundschafter aussandtet..“ und mit einem verschmitzten Grinsen verschwand auch er im Wald.
Skopas, schlich so leise er es gerade vermochte, an den Hügel heran. Geschickt das Unterholz als Deckung nutzend kam er sich vor, wie ein richtiger Waldläufer. „Urzael wir stolz auf mich sein! Er kann sich voll auf mich verlassen!“ dachte er bei sich, als sich ihm plötzlich eine Hand auf den Mund legt. Erschrocken wollte er sich wehren, doch Loraks stahlharter Griff verstärkte sich nur noch und kurz darauf sank er ohnmächtig zusammen.
Samuel
19th April 2005, 14:50
Es war noch Nacht, als das blonde Mädchen in ihre Unterkunft kam. Sie wohnte dort mit ihrem Ältesten Bruder Gonzo. Er war der einzige ihrer Brüder, der sie nach Alirion begleitet hatte. Wie sie ihr zartes Wesen behalten konnte bei 4 Brüdern, war den meisten rätselhaft. Sie war und blieb für alle das kleine Mädchen mit den engelsblonden Haaren.
Wie sie die Klinke der Tür anfasste, sah sie sich noch einmal um. Irgendetwas stimmte nicht, doch was es war konnte sie nicht erkennen. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen. "Ich wollte dich schon suchen kommen! Wo warst du denn?" Ohne eine Antwort abzuwarten warf er ihr einen Sack entgegen und zog sein Schwert. "Die Glocke der Wachablösung hat nicht geläutet! Irgendetwas stimmt hier nicht. Falls wir uns verlieren, dann treffen wir uns in dem kleinen Wäldchen vor dem Hügel!" flüsterte Gonzo und rannte los. Sie hatte einige Mühe ihn wieder einzuholen. Trotz der imposanten Erscheinung, war er recht flink auf den Beinen. In der nächsten Gasse stellte sich ihnen ein bewaffneter Krieger entgegen. Im vollen Lauf holte Gonzo aus und trennt ihm den Kopf ab, noch bevor dieser sein Schwert heben konnte. Das Tor war schon in Reichweite als Gonzo plötzlich stoppte. "Hier nimm das Schwert und lass den Sack fallen." Vorsichtig schaute er um die Ecke und studierte die Lage am Tor. "Gut Kleines. Du machst einen kleinen Bogen, ich werde sie ablenken". Er zog langsam seine Wurfaxt aus dem Schultergurt. "Warte bis ich die beiden erledigt hab, dann lauf so schnell du kannst." sagte er und lief los.
Die Stille wurde durch das Summen seiner Axt durchbrochen. Das war das Zeichen für Maria. Sie sah wie seine Axt in der wappenlosen Rüstung des Fremden steckte. Gonzo rannte den Zweiten um und beide waren draußen. Sie rannten so schnell sie konnten und schon bald erreichten sie den Wald. Als sie sich umdrehten, brannte schon die halbe Stadt. Hoffentlich ist dem Jungen nichts passiert, dachte sich Maria. Im Schutz des Waldes, am Rande einer Lichtung machten sie eine Pause.
"Na Kleines, alles in Ordnung?" sagte Gonzo zu seiner kleinen Schwester. "Du machst dir wohl immer Sorgen?" sagte sie und schenkte ihm ein Lächeln. Gonzo war ein Hüne von einem Mann, doch dagegen war er schon immer machtlos. Er zuckte mit den Schultern und versuchte ein ernsthaftes Gesicht zu machen. "Ein Bote ist letzte Nacht gekommen, er hat Marschbefehle für uns gebracht! Da ich wissen wollte welche Zeit es war, hatte ich auf Wachablösung gewartet." "Gehen wir auf die Jagd?" fragte sie mit leuchtenden Augen. "Nein meine Kleine. Ich muss nach weiter nach Norden ein Siedlertransport ist in Schwierigkeiten. Du sollst in bald in der Wickenburg sein. Steht aber alles da drin" sagte er und überreichte ihr das Pergament. Hastig überflog sie die Rolle und warf sie wütend auf den Boden. "Das ist nicht fair. Du darfst wieder den Helden spielen und ich soll Steine bewachen?" Er fand es schon immer amüsierend, wenn sie wütend wurde. Das sie dadurch nur noch wütender wurde, war ihm vollends bewusst, aber er konnte sich auch dieses mal sein Grinsen nicht verkneifen. "Och Kleines…" Ein Schlag in die Magengrube ließ ihn abrupt verstummen. "Du sollst mich nicht Kleines nennen!" Jetzt war sie zur Höchstform übergegangen. Mit hochrotem Kopf stampfte sie auf den Boden. Sie war kurz davor ihre Beherrschung zu verlieren. Da half nur eines, er hielt sich den Bauch, ging in die Knie und fiel Kopf voraus ins weiche Laub.
Sie hatte nur einmal wirklich die Kontrolle über sich verloren, damals an jenem Tage. Warum hatte el Cheffe sie nun gerade jetzt nachgeholt?
Seine Schwester hatte sich inzwischen hingekniet. Noch bevor sie ihn rütteln konnte, drehte er sich und riss sie an sich. Sie versuchte sich zu wehren, doch er hielt ihre Hände fest, bis sie sich beruhigt hatte. Er schloss sie in seine Arme und flüsterte: "Maria, egal wie alt du bist, du wirst immer meine kleine Schwester bleiben und in jeder Nacht in der du nicht in meiner Nähe bist, werde ich mir Sorgen um dich machen." Sie nickte und legte ihren Kopf auf seine Brust. Ja er machte sich Sorgen. Jetzt, da ihre Trennung bevorstand, konnte sie ihm unmöglich sagen, was mit ihr passiert ist - letzte Nacht, als sie sich mit dem Jungen unterhalten hatte. Sie spürte immer noch die Gänsehaut. Auch dieses Gefühl, dass sie beobachtet wurden, ließ sie nicht mehr los. Aus einer sicheren Deckung heraus, hatte sie Skopas im Auge behalten, bis dieser wieder in das Haus ging. Aber nichts passierte. Vielleicht war es ja nur Einbildung, oder hatte es mit diesen Plünderern zu tut? Es wird ihm gut gehen, redete sie sich ein. Jetzt, in der Nähe ihres Bruders fühlte sie sich sicher. Langsam verbannte sie diese Gedanken aus dem Kopf und angelte sich das Pergament auf dem Boden.
"Hartsteinlieferung zu Sarek Necron" las sie vor "Ob ich auf dem Rückweg jagen darf?"
"Bestimmt Kleines." antwortete ihr Bruder und beide fingen an herzhaft zu lachen.
Samoobrona
19th April 2005, 15:39
Das Wasser färbte sich Blutrot, als er den eisernen Handschuh in das langsam fließende Gewässer tauchte. Die Nacht hatte lange gedauert; eine endlos lange Zeit, in seinen Erinnerungen waren nur noch die Schmerzensschreie derer die den nächsten Sonnenaufgang nicht mehr erleben konnten. Langsam richtete er sich auf. Im fahlen Mondschein konnte man seine Hühnenhafte Erscheinung nur schlecht erkennen. Seine Rüstung, gezeichnet von vielen Kämpfen, in einem metallenen Rot gefärbt ließ ihn trotzdem beieindruckend aussehen. Obwohl er sich nicht danach fühlte, musste er weiter - noch diese Nacht. Er griff sein an den Baum gelehnten Schild, Das Schild trug ein von unzähligen Kratzern zur Unkenntlichkeit zerstörtes Wappen, dennoch erkannte man das es zu einem mächtigen Ritter gehören musste, denn ein normaler Mann hätte es noch nicht mal aufheben können, so schwer und unhandlich war es. Langsam schlenderte er zu seinem Pferd, welches silbrig im Mondschein glänzte. Mit einem geübten Schwung saß der Mann im Sattel. Im vorbeireiten zog er noch die in den Boden gesteckte Lanze raus.
In einem langsamen Trab bewegte sich diese eindrucksvolle Gestalt den Hügel herunter.
Es war noch viel zu tun...
Feanor
19th April 2005, 15:43
Kurze Zeit später kam Maedhros mit 5 Soldaten und drei vollbeladenen Pferdewagen die Strasse hinunter.
Caranthir stand grimmig dreinblickend vor dem Stadttor, keiner der versammelten Dorfbewohner blickte auch nur in seine Richtung.
Neben ihm lag der erschlagene Soldat.
"Was ist hier geschehen?"
"Eine Axt flog aus der Dunkelheit auf ihn zu, dann erschien ein breit gebauter Kerl und ein kleines Mädchen, rannten mich über den Haufen und raus aus der Stadt.
Ich blieb hier um die anderen an der Flucht zu hindern solange ihr nicht hier seit.
Nun können wir die Verfolgung aufnehmen und ..."
"Niemand wird verfolgt.
Wir haben Befehl schnellstmöglich nach Eldamar zurückzukehren.
Dieser Mann wird im Tempel wiederbelebt."
"Herr, dieser Mann hat mich überrumpelt, und er war gekleidet wie ein Bauer, er muss..."
"Persönliche Kränkungen sind unwichtig, wenn Belange des Reiches vorgehen, das solltest du inzwichen gelernt haben."
"Dann muss ich um Urlaub bitten, Herr. Diese Schmach kann nicht ungesühnt bleiben. Wenn der Verbrecher zur Rechentschaft gezogen ist, werde ich mich in der nächsten Garnision melden."
"So sei es, sorg dafür, dass du lebend wiederkommst, Zivilisten wiederzubeleben liegt tief auf der Prioritätenliste der Priester."
Nach einer Verbeugung drehte Caranthir um und machte sich auf dem Weg in Richtung Wäldchen, wo die beiden verschwunden waren.
bretto
20th April 2005, 00:09
...sacht liess Lorak den schlaffen Körper zu Boden gleiten um keinen unnötigen Laut zu verursachen. Hastig machte er sich daran die Taschen des Jungen zu durchsuchen, doch bevor er etwas wertvolles zutage fördern konnte hörte er ein Geräusch hinter sich. Instinktiv sprang er auf und huschte beinahe lautlos ins Gebüsch.
Er war sich sicher, dass das kein normales Geräusch des Waldes gewesen war und so liess er lieber Vorsicht walten - der Bengel würde ohnehin noch einige Minuten "ausruhen", da konnte er es sich leisten eine Verzögerung zu ertragen - eher als eine Klinge in seinem Rücken.
Nachdem er einige Minuten gewartet hatte und schon drauf und dran war sich wieder den Habseligkeiten des Jungen zu widmen huschte ein grüner Schatten heran und beugte sich über den Jungen - Lorak erstarrte.
"Verdammt, der Kerl ist nicht übel!" dachte er bei sich während er sich flacher auf den modrigen Waldboden drückte. Aus den Augenwinkeln beobachtete er die Szene weiter während er den Mund auf den Boden presste und langsam und glaichmässig atmete um keine Laub aufzuwirbeln oder verräterische Geräusche zu verursachen.
Der Schatten schien einer der Männer von Urzaels Gruppe zu sein - verdammt warum musste dieser Kerl nur so vorsichtig sein. Mürrisch beobachtete der Dieb wie der Mann den Jungen herumdrehte und sanft ins Gesicht schlug um ihn aufzuwecken - scheinbar hatte Lorak seine Chance erst einmal vertan...
Nemesis
20th April 2005, 14:45
Langsam beugte sich die Kapuze über Skopas und das Schwarz verdrängte die Dunkelheit.
"Krasszzz`ass, Zzzpaassh!"
Skopas fuhrt erschrocken hoch:"Lass mich... LASS MICH!"
"Nur ruhe Kleiner!" Flüsterte Lars "ich bin es, ganz ruhig. Da hat sich wohl Jemand deiner Sachen angenommen."
Skopas sammelte seine Gedanken und als ihm wieder einfiel was passiert sein muss, griff er erschrocken nach seinem Schwert.
Beruhigt über dessen Anwesenheit, richtete er sich langsam auf.
Lars stand dabei immer in seiner Nähe, die Augen wachsam über den Waldrand streifen.
"Lass uns hier weg! Ich weiß nicht wie viele es noch sind, ich erkenne nur die Spuren einer Person, aber hier liegen wir wie auf dem Präsentierteller."
Zurück bei Urzael setzte sich Sokar auf einen Baumstumpf und erzählte was geschehen war.
"Haben sie dir etwas gestohlen?" Fragte Urzael besorgt.
Sokar durch kramte seine Taschen:" nein.. nichts! Der Angreifer war wohl nicht sonderlich an Fellen interessiert. Das einzige Wertvolle was ich dabei habe ist mein Schwert und diese Kupfermünze um meinen Hals.
Es war die erste alirionische Kupfermünze die ich an der Fenrisbucht auf dem Markt erstanden habe!"
Darauf hin lachten alle.
"Kleiner, aus dir wird einmal ein großer Söldner!"
"Genug Aufregung für alle!
Björn, mach deine berühmten Bohnenwickel und Sven hol die Leier... ich brauche jetzt erstmal ein Frühstück. Danach werden wir aufbrechen.
Und Heute Abend mein Junge wirst du auf Matrazen schlafen, Matrazen du zwar nicht um den Hals tragen, aber ebenso nicht vergessen wirst."
Und nach einem gemeinsamen Lachen fuhr Urzael fort:"Denn heute Abend wirst du in Sareks Küstendorf schlafen. Und dort sind wir Helden!"
Und nach einem gemeinsamen Frühstück, ließ die Gruppe das Dorf an der Fenrisbucht hinter sich.
Und hätte sich Skopas umgedreht, wäre ihm die schwarze Rauchfahne des Dorfes nicht entgangen, die sich langsam ins Firmament schlängelte..
Und auch nicht die kleine Rauchwolke hinter ihm, die ihm scheinbar auf der Straße zu folgen schien.
Samuel
22nd April 2005, 00:21
Der Pferdehändler Ibakan saß auf dem Gatter und beobachtete die Leute, die durch das südliche Tor von Sareks altem Küstendorf marschierten. Er machte das schon fast sein ganzes Leben lang. Die meisten, die durch dieses Tor herein kamen, gingen durch dieses auch wieder heraus. Im Norden gab es nur Berge, da brauchte man Lasttiere und wer hier kein zweites Mal vorbei kam, der wollte gen Osten. Einmal mehr beglückwünschte er sich, dass er damals, dieses Grundstück erstanden hatte. Das beste im Dorf, direkt an der Hauptstraße. Alle mussten hier vorbei und da er der einzige Pferdehändler in der Stadt war, so mussten sie auch alle zu ihm. Wie der Dicke Urzael, der gerade hier mit seinen Leuten vorbei kam. Ach er ist immer für ein Schwätzchen zu haben und gut gelaunt stellte er stolz seinen neuen Knappen vor.
Doch jetzt erregte ein Pärchen seine Aufmerksamkeit. Fremde in Eile, das bedeutete immer ein Geschäft. Ein seltsames Paar war das, ein Riese und ein zartes junges Fräulein. Ganz in seine Nähe blieben sie stehen und unterhielten sich. Ibakan spitze die Ohren. Viel verstand er nicht, aber das machte auch nichts, denn der große Kerl kam direkt zu ihm rüber.
Ohne viel Umschweife wollte der Fremde den Preis für die zwei Pferde wissen, auf die er zeigte. "Ah, zwei gute Reittiere. Gesund und Kräftig." antwortete Ibakan. Den fremden Mann schien es gar nicht zu interessieren, was er sagte und schaute sich die Pferde genauer an. Gewissenhaft überprüfte er die Hufe und das Gebiss der Tiere. Nach kurzem hin und her, wurden sie sich schließlich handelseinig und der Händler freute sich, dass er die zwei alten Sättel, gleich mit verkaufen konnte. Während der große Kerl die Pferde sattelte kam auch das junge Fräulein wieder.
"Junges Fräulein, sie sehen aus, als machten sie sich Sorgen. Kommen sie auch aus dem Dorf das letzte Nacht geplündert wurde?" begann der alte Händler. Überrascht schaute das Mädchen ihn an. "Wissen sie was näheres da drüber?" fragte sie. "Nein ehr nicht. Der alte Urzael hat es nur erwähnt. Er kam auch aus dem Dorf, aber er erzählte nur von seinem neuen Knappen. Auf den isser mächtig stolz, der Skopas wird mal ein ganz Großer sagte der nur…" "Skopas " unterbrach sie den Alten "geht’s ihm gut?" "Ja, ja mein Fräulein" sagte der Pferdehändler. Erleichtert atmete die junge Frau aus und schaute zu dem großen Burschen. "Wir müssen jetzt los" meinte dieser und stieg aufs Pferd. Sie verabschiedete sich freundlich und ritt mit ihm davon.
"Osten also", murmelte der Alte und schaute den beiden nach, als plötzlich ein weiterer Fremder ihn auf die Schulter tippte.
Feanor
22nd April 2005, 10:52
"Das Soldatentum von heute ist auch nicht mehr das was es mal war," murmelte Caranthir vor sich hin, "früher hätten wir, wenn die Ehre eines von uns gekränkt worden wäre, nicht abgelassen und hätten ihn bis zum Cyas," bei diesem Wort spuckte er aus," verfolgt. Aber heute? Nur noch Jagd nach Gewinn."
So schimpfend näherte er sich dem Wäldchen.
Die Spuren der Beiden führte nicht weit in den Wald hinnein.
An einer Stelle war der Boden zertreten, als hätte ein kurzer Kampf stattgefunden. Die Spuren entfernten sich wieder, in die gleiche Richtung wie er bemerkte.
Als er sich umsah bemerkte er ein achtlos fallengelassenes Stück Pergament auf dem Moosbewachsenen Boden:
"Hartsteinlieferung zu Sarek Necron" las er da.
<<Der gute Sarek hat nur noch ein Dorf in der Nähe, unwahrscheinlich das sie woanders hin sind, das spart die Zeit des Fährtenlesens, was auf der nächsten Straße eh hoffnungslos scheitern würde>>
Mit schnellem Schritt ging er los, die Spuren nicht weiter beachtend.
Samoobrona
22nd April 2005, 13:55
Die Nacht neigte sich dem Ende, und Eors erste Strahlen berührten den Horizont, als ein Reiter, sich langsam einem an der Küste gelegenen Dorf näherte. Rot war seine Rüstung, prächtig sein Pferd und stark sein Schwerthand; alles gründe wieso er nicht von Strauchdieben belästigt wurde, die in dieser Gegend in jedem Wald lauerten. Als er sich dem Tor näherte, wurde es ohne nachzufragen geöffnet, die Stadtwachen kannten ihn und seine Großzuegigkeit. Als er vorbeiritt senkten sie ihre Blicke, sahen aber noch genug um zu erkennen wie zwei Beutel voller klirrender Münzen vor ihren Füßen landeten. "Kein Wort zu Sarek" durchdrang die dunkle Stimme des Ritters die Stille der Nacht. "Geht klar!" sagte der eine Wächter, dessen Gedanken beim Anblick des Geldes schon bei unzähligen Bierhumpen in der Taverne waren. "Wie immer Sire!" kam eine zaghafte Stimme aus dem Helm des anderen Wächters, der sich ebenfalls freute sein Vermögen binnen Sekunden verdoppelt zu haben.
Schnellen Schrittes enfernte sich das Pferd, und war schnell im Halbdunkeln der engen Gassen verschwunden.
Er hatte noch einige alte Freunde zu treffen und war gespannt ob Lorak schon in der vereinbarten Taverne zu finden war. Sie hatten sich viel zu erzählen, immerhin hatten sie sich den ganzen Winter über nicht gesehn.
bretto
22nd April 2005, 18:36
...langsam drehte sich der alte Ibakan herum und blickte in ein Gesicht, dass er gehofft hatte niemals wieder zu sehen.
"ich dachte sie hätten.." entfuhr es ihm, bevor er erschrocken verstummte.
"...mich räudigen Hund endlich aufgeknüpft?" beendete Lorak kalt grinsend den Satz.
"Ist es etwa dass was du sagen wolltest, du Stück Pferdescheisse?" - Plötzlich schimmerte kalter Stahl in der Rechten des Mörders.
"Aber - nein - bitte - ich wollte sicher nicht..." stammelnd schob sich Ibakan einige Schritte zurück und versuchte aus der Reichweite der Dolchklinge zu kommen.
"Nun gut, halt's Maul Mann. Heute will ich nochmal gnädig sein - allerdings nur wenn du mir sagst wo das Goldlöckchen mit dem Klotz herkam und wo sie hinwollten."
"Aber dass weiss ich nicht, wirklich, sie haben 2 Pferde gekauft und sind dann gleich weitergezogen. Ich meine schon einmal etwas von so einem Mädchen und einem Krieger gehört zu haben aber ich weiss nicht ob sie dass waren und es ist..." plapperte der Alte darauf geschockt heraus.
"Schnauze! Sag mir einfach in welchem Zusammenhang und zwar bevor ich die Geduld verliere oder ich schneide dir hier auf offener Strasse das Herz heraus!"
"Wickenburg - glaube ich", kam Lorak darauf kleinlaut entgegen.
Wortlos wandte sich der Dieb um und verschwand in einer der kleinen Seitengassen, noch bevor Ibakan realisierte, dass er sein leben behalten durfte - allerdings benötigte er dringend ein frisches Paar Hosen.
Einige Zeit später sass der "Schattenwolf" seit langem einmal wieder an seinem Stammplatz im "blutenden Keiler" - als er die Gaststube betreten hatte war Harbo dem Wirt beinahe die Kinnlade heruntergefallen, bevor er umgehend die Holzfäller von dem Ecktisch verjagt hatte und Lorak mit scheuen Augen beobachtet hatte als er sich niederliess.
"Womit kann ich dienen?" fragte er darauf, wobei er sich etwas gehetzt umblickte - eine vernünftige Idee bei einem Gast den man meist nur zu Gesicht bekam bevor er einem einen Wolfszahn ins Auge drückte oder man ihn anheuerte dies bei jemand anderem zu tun. Aber zumindest sorgte die Anwesenheit des Manns dafür dass niemand eine Schlägerei anzettelte - Harbo dachte mit Screcken an das letzte Mal zurück als ein harmloser Streit während Loraks Anwesenheit zu einem Faust kampf geführt hatte.
Man hatte die Leichen am nächsten Morgen gefunden.
"Einen Becher Wein und etwas Fleisch - schnell!" befahl der Mörder. Es tat ihm sichtlich gut anerkannt zu werden, so liebte er das Leben - gehasst und gefürchtet, da wusste man zumindest was man zu erwarten hatte.
Langsam liess er seine Blicke durch die Taverne schweifen, wie lange würde er wohl warten müssen?
"Endlich wieder da!" dachte er bei sich als er den Becher ansetzte.
Kurz darauf kam Rangor...
Samoobrona
22nd April 2005, 19:05
Lord Rangor stand in der Tür des "Blutenden Keilers". Seine rote Rüstung hatte er teilweise abgelegt, nur den Ringpanzer trug er unter seinem unauffälligen Umhang. Es lag ihm viel daran nicht erkannt zu werden, darum hatter er auch sein Schild und sein Pferd bei seiner Unterkunft gelassen, zu bekannt war er in den dunklen Gassen und Spelunken. Während er sich langsam Loraks Tisch näherte, wurden ihm von allen Seiten ehrfürchtige Blicke zugeworfen, zugut war seine Blutige Keilerei im "blutigen Keiler" in den Erinnerungen geblieben. Der Wirt schien einem Herzanfall nahe, als er seine verhassten Stammgäste zusammen sah. "Bier, Fleisch - Schnell" war das einzige was er vom Neuankömmling zu hören bekam. Ein ächtzendes Geräusch erklang als sich dieser mit seinem ganzen Gewicht auf die Eckbank neben Lorak setzte.
"Ich dachte schon du hättest mich vergessen, es würde zu dir passen mich hier sitzen zu lassen." erklang unfreundlich die begrüssung von Lorak. "Mach dir mal nicht ins Hemd, ich bin nur wenige Stunden zu spät!" erklang die ebenso freundliche Antwort.
Mit zitternden Händen näherte sich der Wirt, mit zwei gefüllten Bierhumpen, nachdem er sie abgesetzt hatte, machte er sich schleunigst auf den Weg hinter seinen Tresen und hoffte das sich der Koch mit dem Fleisch beeilt, er konnte es sich nicht leisten erneut die gesammte Einrichtung zu bezahlen.
"Na dann erzähl mal!", begann Rangor das Gespräch ...
Feanor
23rd April 2005, 10:20
Erleichtert starrte der Pferdehändler noch dem verschwindenden Lorak hinterher, als ihm erneut jemand auf die Schulter klopfte, entsetzt drehte er sich um.
"Keine Sorge, guter Mann. Ich will euch nichts tuen. Was war das für ein Mann, der euch so verängstigt hat?"
"Herr..."stammelt der Angesprochene, "es ist vielleicht besser wenn wir nicht über ihn reden würden, wenn er erfährt, dass ich von ihm erzähle .."
"Seit ganz beruhigt, er interessiert mich gar nicht. Eigentlich suche ich einen jungen, kräftigen Mann und ein schönes junges Mädchen, das vermutlich im Laufe des Tages hier vorbeigekommen sind.
Sie kommen aus dem ausgebrannten Dorf."
"Ihr auch?"
"Auch?"
"Der Mann der gerade gegangen ist, der schreckliche Lorak..." Der Pferdehändler verstummt erschrocken.
"Keine Sorge, niemand hat euch gehört, und ich werde euch nicht verraten, ich bin nur an den beiden interessiert."
"Nun also, sie ritten gerade nach Osten. Mit Zwei meiner Pferde, ihr seht die Spur dort vorne auf der Wiese. Ich habe gehört, dass die beiden aus Wickenburg stammen, das wäre wohl auch diese Richtung."
"Welche Farbe haben die Pferde?"
"Beide sind braun."
"Nun ich suche ebenfalls ein Pferd, es muss schneller sein als ihres."
"Herr, der junge Mann hatte Ahnung von Pferden, er hat die beiden besten von der Weide gewählt."
"Aber ein kluger Mann wie ihr hat doch sicher die besten Pferde im Stall stehen, oder nicht?"
"Herr ..."
Ein Beutel mit Münzen wechselt denn Besitzer und Caranthir wird zum Stall geführt...
Samuel
23rd April 2005, 11:52
Mit leicht zittrigen Knien schaute Ibakan an sich herunter. Nur ein kleiner Fleck. Er musste sich setzen. Er atmete tief ein und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Was hatten die beiden ausgefressen, dass gleich zwei Leute hinter ihnen her waren. Es musste was gewaltiges sein. Anders konnte der Pferdehändler es sich nicht erklären. Wenn selbst dieser Lorak aus seinem Dunkel kam, dann bedeutete das nichts Gutes.
Aber was sollte der Alte Mann auch tun. Dieser Hund Lorak, hatte überall sein Ohr. Über die Methoden, wie Lorak die Leute mundtot machte, von denen kursierten viele Gerüchte. Da ist der Tod eine Gnade, die er selten gewährt.
Der alte Ibakan wurde zusehens nervöser. Die beiden waren in Gefahr, aber wem sollte er sich anvertrauen?
bretto
23rd April 2005, 14:53
... Ein linkisches Grinsen stahl sich auf das Gesicht von Lorak.
"Och war nix besonderes los in letzter Zeit, is einfach allgemein zu ruhig in Alirion. Naja bis auf des kleine Massaker von Feanor - war sogar lukrativ und nur dafür dass ich die Tore aufgemacht hab."
Rangor entfuhr ein herzhaftes Lachen: "Immer noch der Alte was? Gut zu hören und schon die nächste Aktion in Planung?"
Der Mörder grinste seinen Tischgefährten über den Becherrand an:
"Was hälst du von kleinen Blondinen? Bin ner Kleinen bis hierher gefolgt, scheint irgendwas mit der Wickenburg zu tun zu haben, wäre wohl n weng Lösegeld drin oder zumindest n weng Spass. Zumindest wäre es ein Grund mal wieder einige Zeit zuhause in Graufels zu verbringen."
Die beiden brachen in herzhaftes Lachen aus und liessen die Becher knallen worauf Lorak seinen Kopf zur Theke wandte und brüllte: "Wo bleibt das verdammte Essen, oder sollen wir kommen und es holen?"
Beinahe augenblicklich erschien Harbo mit zwei hölzernen Tellern auf denen sich einige Bratenscheiben stapelten am Tisch der beiden. Seine Hände zitterten bei dieser Tätigkeit dermaßen, dass er beinahe Loraks Becher umgeworfen hätte - eigentlich ungewöhnlich der feiste Wirt hatte zwar mittlerweile gelernt dass seine beiden Gäste ungeduldig werden konnten aber momentan stand lief ihm der Schweiss in Strömen herunter und seine Augen huschten wirr umher.
Loraks Nackenhaare stellten sich auf - etwas stimmte hier nicht.
"Was ist los du fettes Schwein? Irgendwas..."
In diesem Moment öffnete sich die Tür des "Blutenden Keilers" erneut und gab den Blick auf einige Soldaten in Rüstung frei. Auf diesen prangten drei Lilien und ein Schwert - das Wappen des Sarek Necron.
"Verdammt die Stadtwache!" entfuhr es Rangor "Der verdammte Wirt hat...." - er wurde von einem schmatzenden Geräusch unterbrochen als die Gedärme des Wirts vor dessen Füssen zu Boden fielen. Wimmernd sank er zu Boden wobei blutiger Schaum aus seinen Mundwinkeln tropfte.
"Halt ihr seid festgenommen !" schallte es von der Tür herüber und plötzlich wandte sich die ungeteilte Aufmerksamkeit des gesamten Schankraums den beiden Gesetzlosen zu.
Lorak blickte mit verhaltener Wut von toten Harbo zu seinem Gefährten auf und deutete mit der blutigen Klinge seines Dolches zur Hintertür. "Verschwinden wir, genug Aufmerksamkeit für heute."
Beide setzten über den Toten hinweg und rannten zur Tür, hindurch und den Weg zur Küche entlang nachdem sie den Riegel geschwind geschlossen hatten.
Als sie den Weg auf die Strasse ohne Probleme gefunden hatten - sie hatten ihn schon des öfteren nutzen müssen - waren sie den Wachen hinter ihnen vorerst einmal entkommen. Nicht aber den beiden die sie scheinbar auf diesem Weg erwartet hatten.
"Verflucht!" entfuhr es Rangor während er sein Bastardschwert aus der Scheide riss und die Schwertklinge des einen Gegners zur Seite schlug.
Lorak tauchte unter dem ersten Schlag hindurch und entging nur knapp dem folgendem Rückhandschlag welcher ihm fast den Kopf abgetrennt hätte. Er wich einen Schritt zurück und plötzlich zuckte seine linke Hand vor. Als das Schwert den Fingern der Stadtwache entglitt und dieser auf die Knie sank, wobei er das silberne Heft in seiner Kehle umklammerte, trat Lorak hinzu griff in einen kleinen Beutel an seinem Gürtel und förderte zwei Wolfszähne zutage. Mit schnellen Bewegungen ergriff er den Kopf des inzwischen in einer Lache seines Blutes liegenden Mann und drückte die Zähne tief in die weit aufgerissenen Augen des Toten. Dabei konnte er aus den Augenwinkeln erkennen wie Rangor einem weiteren Schlag auswich und in einer mörderischen Riposte seinem Gegner die Klinge seines Schwertes in den Brustkorb trieb. Ein lautes Knacken liess erkennen dass mehrere Rippen brachen und pfeifend entfuhr der durchbohrten Lunge die Luft. Mit einem kräftigen Ruck riss der Krieger seine Waffe frei und während er mit Argwohn auf das mit Blut besudelte Heft blickte trat er dem sterbenden Gegner noch einmal ins Gesicht.
"Die Türe wird sie nicht mehr lange aufhalten - sehen wir zu dass wir wegkommen. Ich muss noch etwas holen wir treffen uns dann ausserhalb des Osttores." meinte er zu Lorak und mit einem Blick auf den toten Gardisten fügte er noch hinzu: "eitler Gecke"
Darauf machte er sich grinsend davon, ebenso wie Lorak welcher schnell den nächsten Dachfirst erklamm und über die Dächer verschwand, noch bevor die restlichen Gardisten auf die Strasse stürmten...
Samoobrona
23rd April 2005, 15:28
Loraks Schritte verklangen schnell in der Dunkelheit, Rangor drehte sich noch einmal um, um sicher zu gehn das ihm keiner folgte und begann sich leisen Schrittes in die andere Richtung zu bewegen. Es war nicht weit, die Herberge wo er sein Pferd und seine Ausrüstung gelassen hatte befand sich nur auf der anderen Seite des Marktplatzes, den zu überqueren er aber vermied. Durch die Hintertür betrat er die von aussen ärmlich aussehende Herberge und eilte die Treppe hinauf zu seinem Zimmer. Wärend er die letzten Stufen hinauftrat schien ihm als hätte er ein Geräusch in seinem Zimmer gehört und auch ein schwacher Lichtschein erweckte seine Aufmerksamkeit. Langsam öffnete er die Tür, in der einen Hand einen Dolch, in der anderen sein Schwert. - Schatten bewegten sich auf den Wänden - vermutlich von den sich im Wind bewegenden Vorhängen - Und dann ging alles ganz schnell. Rangors Dolch flog auf gerader Bahn direkt den Vorhängen endgegen, wärend sich sein Schwert durch die sich hinter ihm befindliche Tür drang. Zwei Nacheinander mit einem dumpfen klang auf den Boden fallende Körper bestätigten seine Vermutungen und als er Licht im Zimmer anzündete, war zu erkennen, dass zwei von Sareks Wachen Tod auf dem Boden lagen, umgeben von einer Menge Blut. Schnell legte der Lord mit geübten Handgriffen seine Rüstung an und sammelte seine Ausrüstung zusammen. Er wusste, schon in Minuten würde es hier von Soldaten wimmeln und er hatte keine Lust erneut in Sareks Kerkern zu landen, nochmal würde er nicht entkommen können. Bevor er den Raum verließ konnte er es aber nicht lassen, den Wachen ihre Daumen abzuschneiden und in die eh schon mit Blut gefüllten Münder zu legen. Jetzt würde jeder wissen das er hier gewesen war. Schnell eilte er die Treppe hinab Richtung Stall, den Herbergsvater dem er unterwegs begegnete stach er mit einer flinken Handbewegung seinen Dolch ins Herz, warscheinlich hatte er verraten wer sein Gast war, falls nicht konnte er es als Reaktion auf das schlechte Essen ansehen. Im Stall angekommen hörte er schon entferntes klappern von Hufen, so dass er sich schnell auf sein Pferd schwang um schnellstmöglich die Stadt zu verlassen. Schon am Ende der Straße angekommen schon auf halbem weg zum Osttor, waren Reiter hinter ihm auszumachen, mindestens ein Dutzend. Er wusste dass sie sein Pferd nicht einhohlen würden und ritt darum ohne sich nochmals umzudrehen dem Osttor endgegen. Die Wächter erkannten ihn und öffneten das Tor noch bevor sie erkennen konnten das Rangor verfolgt wurde. Durch das halbgeöffnete Tor galoppierte er, nicht ohne einen kleinen Beutel mit Münzen vor den Wachen fallen zu lassen. Am Hügel, nur wenige hundert Meter vom Tor war der Schattenwolf zu erkennen und schon wenige Minuten später waren beide in der Ferne verschwunden....
Samuel
24th April 2005, 13:50
Es war eine kühle Nacht. Gonzo saß angelehnt an einen Baum. Er hatte die Augen geschlossen und horchte in die Dunkelheit. Seine Schwester lag neben ihm. Ganz friedlich, doch jetzt fing sie an sich leicht auf dem Boden hin und her zu wälzen. Sie hatte einen Traum.
*…Sie saß auf dem Pferd und drehte sich um. Der alte Pferdehändler stand da und die Sonne schien ihm ins Gesicht. Seine rechte Hand zum Gruße erhoben. Er lächelte, als ob er seine eigene Enkelin verabschieden würde…*
Der Wind frischte auf und blies aus westlicher Richtung. Gonzo rückte noch näher an seine Schwester heran.
*… ein kalter Windstoß wehte ihre Haare ins Gesicht. Mit einer Hand strich sie sich durchs Gesicht und schaute wieder den Alten an. Wie erstarrt stand er da. Sein Gesicht war kreide bleich. Maria bekam eine Gänsehaut. Er hatte beide Hände nach ihr ausgesteckt. Doch bevor er etwas sagen konnte, legte sich ein Schatten über das Geschehnis. Dunkelheit…*
Maria wältze sich jetzt hin und her. Ihr Bruder versuchte sie ganz fest an sich zu drücken. Der Wind wurde stärker und stärker. Staub und Blätter flogen um sie herum. Die Pferde wurden unruhig und fingen an zu schnaufen.
*… langsam erhellte sich das Bild und der Schatten verschwand. Der Alte stand immer noch da, doch seine Augen sahen leblos aus. Das Blut rann ihm aus dem Mund. Wankend tat er einen Schritt auf sie zu, dann noch einen. Er öffnete den Mund und das Blut floss in strömen…*
Mit einem Schrei erwachte Maria aus ihrem Traum. Plötzliche Stille. Man konnte in der Ferne nur das Wiehern eines Pferdes hören, bevor der Wind völlig aufhörte. Maria presste ihr Gesicht an die Brust ihres Bruders. "Es war so schrecklich, er hatte keine Zunge mehr" schluchzte sie. Gonzo umschlang mit seinen Armen seine Schwester und versuchte sie zu beruhigen: "Ist ja gut Kleines, war nur ein Traum. Psss… ist alles vorbei… "
Nemesis
25th April 2005, 00:10
gebannt saß der junge Skopas am Tisch der großen Halle.
Als Sarek Necron, persönlich angereist, Besprechung hielt.
Er selber hatte nur kurz mit Skopas gesprochen.
"Nun gut Kleiner, wenn Urzael dich in seinem Gefolge haben möchte soll es so sein.. rüste dich in der Waffenkammer mit dem was du brauchen kannst und diene Vulkan so gut du kannst!" hatte er kurz gesagt und Skopas war stolz einen solchen Ritter kennen lernen zu dürfen.
Sarek saß ruhig auf seinem Thron, mit der Hand seinen Kopf aufstüzend.
Er saß und lauschte Interessiert, während der Hauptmann seinen Bericht beendete.
"Tote?" fragte er knapp. "Du weißt das ich Fakten brauche, mit deinen Entschuldigungen wer oder was diese widerwärtigen Subjekte sind oder was sie in mein Dorf getrieben, ist mir relativ egal."
Der Hauptmann sengte sein Haupt:"Vier Herr! Es wahren wohl vier!"
Sarek richtete sich auf und rief durch die Hallen.
"Urzael, mein beleibter Gefährte! Pack dich und finde mir mehr über diese 2 Halunken raus! Finde mir raus wohin sie gehen und schicke Skopas um Kara Ularak zu holen, der wird den beiden Banditen den nötigen Respekt bei bringen!"
Mit den Worten verließ er den Raum und seine Wache folgte ihm still.
"Nun auf Junge! Du hast es selbst gehört... Wenn der Arsch noch brennt, muss man sich zumindest nicht mehr ein reiten!"
Und die kleine Gruppe verließ lachend die Hallen der Festung.
Doch vorher würde sich Skopas noch in der Waffenkammer umsehen, denn das Treffen mit dem hinterlistigen Wegelagerer hatte ihn gewarnt.
Und stolz würde er das Wappen Vulkans auf der Brust tragen, auch wenn ihm nur eine kleine Stickerei auf dem Lederwamms zustand... doch in der kurzen Anwesenheit, war der kleine Skopas begeistert von seinem Glück!
Adular
25th April 2005, 10:05
Ohne ein unnötiges Geräusch zu machen, zog Kron die Tür der Hütte zu, in der er nun schon fast 20 Sommer lang gelebt hatte. Er hoffte Vater und Mutter würden seinen Entschluss verstehen, wenn sie sorgsam bekritzeltes Pergament fanden.
Er konnte sich ihre Gesichter schon vorstellen. Vater würde zunächst außer sich sein, hatte er doch Kron schon gedanklich als seinen Nachfolger im Holzfällergewerbe eingeplant. Wie oft hatte Kron mit ihm darüber geredet! Vater war sehr stolz darauf, der erfahrenste und älteste Holzfäller ganz Melnibonés zu sein. Natürlich würde sein Sohn in seine Fußstapfen treten und die Tradition fortführen. Anfangs hatte Kron dem auch zugestimmt, und war ihm begeistert gefolgt. Viel hatte er von seinem Vater gelernt, doch dann begann die Sehnsucht, dass außerhalb von Doreenos und seinen Wäldern noch mehr liegt, was es zu erkunden gilt. Immer stärker wurde das verlangen und immer eintöniger kamen ihm die Tage der schweren Arbeit im Wald vor. Nur manchmal, wenn er abends mit den anderen Holzfällern in der Taverne hockte, und sie den Geschichten eines Reisenden lauschten, dann war er wie ausgewechselt. Stundenlang konnte er bei dem Erzähler sitzen, und hing wie gebannt an seinen Lippen…
Nun den, er wusste, in ein paar Stunden würde die Sonne aufgehen und bis dahin wollte er so weit wie möglich von hier fort!
So schwang er sich die schwere Holzfälleraxt mit dem geschnürten Bündel auf die Schulter, und begann, ohne sich noch mal umzudrehen, in Richtung Meer davonzugehen.
Samuel
25th April 2005, 10:16
Die Sonne war gerade am aufgehen, als beide schon wieder im Sattel saßen. Sie ritten dahin, ohne auch nur ein Wort zu wechseln. Jeder der beiden hing seinen eigenen Gedanken nach.
Gonzo überlegte, wie weit wohl das Pferd letzte Nacht entfernt war. Er hatte es ganz deutlich wiehern hören. Ob sie verfolgt wurden? Es gab nur eine Möglichkeit das heraus zu finden.
Maria hingegen überlegte, was ihr Traum zu bedeuten hatte. Wieder erschauderte sie, als sie die leblosen Augen vor sich aufblitzen sah. Diese kalten Augen ließen Sie nicht mehr los. Das tropfende Blut, das öffnen des Mundes, die fehlende Zunge, was hatte es bedeuten? „Er wollte etwas sagen, aber er konnte nicht“ platze sie heraus. Gonzo zügelte sein Pferd und wendete. „Ja er wollte uns warnen, mich warnen, aber vor was?“ Wieder flackerte der Traum vor ihr auf. Sie saß ohne eine Regung auf dem Pferd, ihre Augen hatten sich nach innen gedreht und sie sah. Sie sah: das ängstliche Gesicht, den Schatten, die toten Augen. Ganz leise fing sie an zu flüstern: „Den Schatten..., die Augen..., den Schatten sehen..., sieh den Schatten...“ dann brach sie ab. Langsam konnte Gonzo sehen, wie sie in sich zusammen sackte. Ihr regloser Körper kippte nach vorne und fiel vom Pferd.
Mit einem Satz war Gonzo neben ihr und ließ sich fallen. Er zog seine kleine Schwester an sich. Es war wie damals, als sie noch Kinder waren und doch war es anders. Die pure Angst durchzuckte Gonzo. Sie öffnete ihre Augen und sagte schwach: „Er wollte mich vor dem Schatten warnen. Den Schatten, den ich damals bei dem Jungen nicht sehen konnte.“
Während Maria auf dem Boden saß und sich langsam erholte, lief Gonzo vor ihr auf und ab. Was konnte er tun. Von hier aus war es noch ein ganzer Tagesritt zur Wickenburg. Würde sie es alleine schaffen? In den Bergen steckte der Siedlertrack fest. Kaum Wasser und Nahrung. Fast einhundert Männer, Frauen und Kinder. Wenn er jetzt zur Wickenburg reitet, dann würden viele von ihnen nicht überleben. 2 ½ Tage bis er sie erreichen würde. Von hier aus war es weniger als ein halber Tag.
Plötzlich blieb er stehen. Er hatte eine Entscheidung getroffen.
„Maria…“ wandte er sich um „…wir müssen uns trennen!“
Feanor
25th April 2005, 12:08
Er kam ihnen immer näher.
Er erkannte ihre Nachtlager, und zuerst erreichte er sei am nachmittag, inzwichen konnten sie erst wenige Stunden zuvor aufgebrochen sein.
Wenn dieses Verfluchte Pferd letzte Nacht nur nicht von dieser Palthurherde erschreckt worden wäre.
Er war sie großräumig umgangen, doch der Geruch hatte sein Pferd wiehern lassen.
Eigentlich traute er dem Jungen nicht zu, mitten in der Nacht auf solch ein "normales" Geräuch zu achten und auch noch die richtigen Schlüsse zu ziehen, aber er hätte ja auch nicht erwartet, dass er ihn so umperumpeln könnte, wie es in dem Dorf geschehn war.
Wie dem auch sei, der Schaden war angerichtet, in wenigen Stunden würde er die beiden Eingeholt haben, dann würde sich ja zeigen, wie vorsichtig sie geworden waren.
Samuel
25th April 2005, 13:51
Gonzo stand immer noch an dem Bach. Sich Sorgen machend schaute er in die Richtung, in die seine Schwester weiter geritten war. Sie war schon lange nicht mehr zu sehen. Maria war ein starkes Mädchen, sie würde es schaffen. Sie war eine exzellente Reiterin, aber die Geschehnisse des Morgens ließen ihn zweifeln. Was wäre wenn… .Er schüttelte den Kopf, um sich diesen Gedanken zu vertreiben.
Er drehte sich um und sah über die Ebene. Niemand war zu sehen. Aber er musste sicher gehen, dass sie nicht verfolgt wurde. Hier kurz vor den Bergen, war der Boden hart und steinig. Niemand würde sehen, dass sie in dem Bach weiter reitet. Langsam machte er sich auf in die Berge. Wenn er Verfolger hatte, dann sollten sie ihm folgen. Doch zu erst die Siedler. Immer einen Schritt nach den anderen. Irgendwas würde ihm schon einfallen, ihm fiel immer was ein.
Jacques
25th April 2005, 14:44
Breitbeinig stand der Herr des Sedat auf den Zinnen der "dunklen Feste".
Sein bleicher Körper in dunkle Leinen gehüllt im Mondlicht zitternd.
Trotz seines zerbrechlichen Äußerem klang seine Stimme tief und klar.
Jacques le grand Noir, war nicht alt, nur gezeichnet war er.
Gezeichnet von Schatten und Dunkelheit, und der Feuchtigkeit des schwarzen Marmors seiner Hallen.
"Ein Bengel?" Jacques drehte sich um und erhob seine Stimme: "Er will das ich einen Bengel jage?
Bei Lymenas Antlitz, welcher Bengel ist soviel Wert, das ich für ihn meine Tore öffne?
Glotorek treibt es nicht zu weit, wenn der Meister die Lust an Jünglingen verspürt, so zieht denn und holt ihm sein Fleisch."
Ein dunkler Schatten trat in den Schein Lymenas und offenbarte dem Betrachter sein verhangenes Äußeres.
Sein Ärmel erhob sich zeigend auf den großen Ritter, doch da wo ein Finger das Ende des Armes darstellen sollte, erscheint nur ein Handschuh aus dunklen Eisen, dessen gezackter Fingerschutz die Spitze ersetzte.
Leises doch verängstigendes Zischen drang durch die von der Haube verdunketen Lippen.
Verdunkelt? Niemand wagt es einem Szas`Khar in das Gesicht zu blicken... die pure Dunkelheit würde das Auge blenden, wie die Helligkeit der Schwerter Eors.
"Schüler Ihr seid, nicht vergessen Ihr sollt! WIR das Wort an Euch gerichtet haben und niemals mehr untergraben sollt Ihr den Respekt UNSERER!"
Jacques wurde ruhiger und setzte sich auf seinen dunklen Thron aus schwarzen Marmor der aus den Zinnen des Sedat geschlagen, nahtlos mit dem Boden verwachsen zu sein schien.
"Glotorek, auch Ihr seid ein Diener der es nicht wagen sollte über meine Loyalität zu urteilen! Nicht vor mir und nicht auf meinem Boden!
Ihr seid ein Übermittler und ich werde folgen, wie es der Meister befiehlt."
Darauf erhob sich der Bleichhäutige langsam und sah in das Tal hinab.
Er Atmete tief ein und kleine Atemwolken trieben über das Flache Land darunter.
"Sagt ihm das ich meine Augen offen halten werde!
Wie soll ich diesen Burschen erkennen, wird er durch den Sedat kommen?"
"Bruder der des Mädchens auf dem Weg zu Euch ist. Das Mädchen das Feuer darstellen wird, alleine beide nichts Wert zu sein scheinen, beide besorgen Ihr müsst für UNS!
WIR die Verbindung der beiden wünschen, nur mit Beiden die chymische Hochzeit vollzogen werden kann.
Nur durch die Verschmelzung von Wasser und Feuer, das große Werk erreicht wird! Euer Auftrag daher, von entscheidender Wichtigkeit für die Pläne UNSERER!"
"So soll dieser Bruder also mein Lockvogel sein!" Sprach Jacques und tauchte das Land erneut in eine dichte Wolke des Atems.
"Nun denn, durch den Pass kommt Niemand ohne gesehen zu werden... Und ab heute keine Jünglinge und kein Mädchen mehr!
Meine Kriegermönche werden meine Augen sein!"
Und mit einer raschen Bewegung verschwand die Dunkelheit aus der Halle und die zärtlichen Strahlen Lymenas fanden Einlass in die Feste.
Ruhig schloss Jacques seine Augen und ließ seinen Kopf in den Nacken fallen.
"Oh wie wärmst du mich meine liebliche Gefährtin. Mein Dank gehört dir auf immer dar!"
Und so verließ ihn der Lebens hauch, kalt wie ein Stein blieb er zurück.
Gewappnet für einen neuen Tag, geschützt vor dem verhassten Feind des Himmels viel er in tiefen Schlaf!
Doch die schwarzen Tore der dunklen Feste öffneten sich und eine Schar Reiter ergoss sich in den Pass.
Adular
25th April 2005, 15:48
Kron kam gut voran, und mit jedem Schritt merkte er, wie er die neue Freiheit mehr zu genießen begann. JA! Das war genau das, was er sich vorgestellt hatte. Nun würde endlich auch er in der großen weiten Welt herumkommen und des Abends die Besucher von Tavernen mit Berichten über seine bestandenen Abenteuer unterhalten können.
So in Gedanken versunken marschierte er bis die Sonne im Zenit stand. Dann setzte er sich, um das allmählich immer arger werdende, nagende Gefühl in der Magengegend zu bekämpfen, in den Schatten einer großen Eiche und ließ sich die mitgebrachten Vorräte schmecken. Ein paar Streifen getrocknetes Darakafleisch, und ein wenig Brot ließ er noch für den Abend übrig, der Rest wurde mit Genuss verzehrt. Als er dann ein kurze Wegstrecke weiter auch noch an einen kleinen Bach kam und seine Durst stillen konnte, war seine Vorstellung vom Paradies perfekt. So ließ es sich leben!!
Vergnügt vor sich hinpfeifend kam er an eine Weggabelung und nun vollkommen davon überzeugt, dass das Schicksal es gut mit ihm meinte, ließ er die Münze seinen weiteren Weg entscheiden. Nach Norden sollte es gehen, hinauf in die weiten Palthurebenen... nun gut, ihm war alles recht und mutig schritt er seinem Glück entgegen.
Feanor
25th April 2005, 17:25
Caranthir zügelte sein Pferd.
Im Osten sah er einen kleinen Punkt. Das konnte sonstwer sein, aber nicht die Leute die er verfolgte, schließlich war deren Spur noch vor ihm.
Er sah wieder auf den Boden, dann auf den Punkt, dann wieder auf den Boden, genauer diesmal.
Da waren die Abdrücke der Hufe, eine grade Linie, man konnte sie genau erkennen, hier an dieser Stelle war kein Gras auf dem Boden, sondern feuchter Lehm.
Man konnte die Spur genau erkennen.
Die Spur eines Pferdes.
Eines.
Der verfluchte Bengel hatte ihn erneut getäuscht.
Irgendwo, vor ein paar Meilen war einer der beiden Abgebogen.
Er blickte zu dem Punkt am Horizont.
Er bewegte sich nicht wie ein Reiter, beobachte man ihn einige Minuten, bewegte er sich wie ein zügig ausschreitender Wanderer. Oder ein Tier.
Ein Lichtblick Eors, der ihm die Augen geöffnet hatte.
Doch was war jetzt zu tuen?
Sie mussten das Wiehern letzte Nacht doch gehört haben und entsprechende Schlüße gezogen haben.
Doch konnten sie vermuten, dass er es gewesen seie, der sie verfolgte. In der ehrlosen Gesellschaft von heute würde wohl kaum jemand wegen eines Schupsers einige Tage verlieren.
Man konnte also nicht sagen, wer von beiden abgebogen war, wobei Caranthir eher glaubte, dass er selbst weiter reiten würde und das Mädchen auf die sichere Heimreise schicken würde.
Zurückzureiten und die Spur wieder aufzunehmen würde Stunden dauern, aller Vorsprung wäre dahin, und wenn sie klug ist wird die abgebogene Person bald auf einer Strasse weiterreiten, wo man keine Spuren mehr lesen kann.
Die entscheidung stand: Weiter reiten. Falls das Mädchen doch nicht abgebogen wäre, würde er sie sicher dazu bewegen können ihm das Ziel des Jungen zu verraten.
Schnell folgte Caranthir der Spur, die in Richtung Gebierge führte.
Samuel
26th April 2005, 10:17
Gonzo erklomm die erste Bergkuppe. Von hier aus hatte er einen fantastischen Ausblick. Man konnte das Meer sehen, das in der Ferne mit dem blauen Himmel verschmolz. Er schaute zur Sonne und schätzte ab, wie viel Zeit er noch hätte, bevor die Sonne untergeht. In der Dämmerung musste er die Siedler erreichen. Dieser Blick nach Süden ließ ihn an seine Schwerster denken. Dort musste sie irgendwo sein. Er hatte ihr gesagt, dass sie sich immer am Fuße der Bergekette bewegen sollte. Sobald sie die Straße nach Osten erreichte, sollte sie dem Pferd die Sporen geben und vor Sonnenuntergang nicht anhalten. Wenn sie die Nacht noch durchreitet, würde sie morgen Vormittag die Wickenburg sehen. Wie gerne hätte er sie begleitet, aber der Siedlertransport duldete keinen Aufschub. Also weiter nach Osten, wie der Reiter am Fuße des Berges. Der Osten hatte eine hohe Anziehung. Er bedeutete Hoffnung, nicht nur für die Menschen die Alirion erreichten. Auch seine Hoffnung stieg Stunde um Stunde. Jetzt wo der Reiter da unten zu sehen war, wusste er dass dieser nicht hinter Maria her war. Jetzt musste er sich beeilen.
Feanor
26th April 2005, 11:38
Caranthir ritt schneller.
Die rechte Hand am Schwertknauf, die Gegend beobachtend.
Er ritt auf einer Strasse, links erhoben sich der Berg in die Höhe. Grauer, unbezwingbarer Stein, mit Zacken verseht, die Gipfel von tiefen Wolken umschlossen.
Rechts ein Abgrund. Steil, ebenfalls unbezwingbar. Ein Fehltritt würde mehrere Meter freien Fall bedeuten.
Man konnte weit ins Land sehen, selbst das Meer war in der Ferne zu erkennen, Horden von schwarzen Punkten zogen in verschiedene Richtungen durch das Land.
Die Strasse selbst, musste eher als Pfad beschrieben werden.
Einst war sie breit und gepflastert gewesen, doch seit Jahren hatte sich keiner um sie gekümmert. An einigen Stellen waren große Teile des Weges abgerutscht, einige Holzplanken, ebenfalls schon Jahre alt, schoben sich über die klaffende Lücken, damit Pferdewagen weiterhin die Strasse befahren konnten.
Er musste vorsichtig sein, obwohl er nichtmehr so schnell vorwärts kam wie auf der Ebene erforderte das Reiten seine gesamte Konzentration.
Nur dem anderen musste es genauso ergehen.
Vor gut einer Stunde, hatte er ihn oben auf dem Berg stehen gesehen, doch hatte er zu ihm herrunter geblickt, und ihn sicherlich als Verfolger erkannt.
Schnell war der andere auf der andern Seite des Gipfels verschwunden.
Manchmal hatte er ihn noch sehen können, wenn man eine andere Gebiergsecke einsehen konnte, aber die meiste Zeit war der andere durch den kurvenreichen Weg nicht zu sehen.
Plötzlich eine Biegung des Weges, er führte nun durch eine Schlucht ins Gebirge hinein.
Fünfhundert Meter weiter hatte ein Bergrutsch den Weg versperrt, auf der anderen Seite hörte er Menschen sprechen.
Der Junge hantierte mit irgendetwas am Boden, gerade dort, wo der Bergrutsch den Weg versperrte.
Vermutlich hoffte er noch irgendwie entkommen zu können.
Langsam stieg Caranthir vom Pferd und zog sein Schwert, fasste es mit beiden Händen und näherte sich dem Jungen gemessenen Schrittes.
"Grüße.
Caranthir von Tirion bin ich. Schon Tage habe ich dich verfolgt, du hast dich mit dem Abbiegen des Mädchens als recht trickreich erwiesen. Das hat mich überrascht
Doch an ihr hatte ich kein Interesse. Sie hätte ruhig bleiben können um deinen Tod zu beweinen.
Meinst du, du könntest einen Kameraden von mir umbringen, und mich selbst umschubsen und dann weiterreiten als wäre nichts geschehen?
Die Ehre verlangt von dir, dass du deine Waffe nimmst und dich mir im Kampfe stellst.
Est wenn einer von uns, nach einem fairen Kampf, auf dem Boden liegt, ist ihr genüge getan."
Jacques
26th April 2005, 16:39
"So vergesset nicht auf welchem Grund und Boden ihr Euch befindet, Soldat!"
Langsam und bedacht, löste sich der in Kutten gekleidete Mann aus dem Schatten der Felswand, dessen Körper eins zu werden schien mit dem kalten Stein des Gebirges.
"Mein Name ist, Crain du Mont." Stellte sich der umhüllte Wächter vor. "Kriegermönch des Passes und Schützer des Pax Szas! Und Ihr werdet es sein der Tod zu Boden gleitet, wenn Ihr Eure Klinge zieht!"
Und er streckte seinen Arm aus, das einen kleinen Steinschlag auslöste als sich die zwei Bogenschützen in den Hängen erhoben.
"Ich habe Anweisung Euch in die -dunkle Feste- zu geleiten." Und auf den Jungen zeigend, fuhr er fort:"Mein Herr wünscht Euch um ein Gespräch! Und Euch Soldat, sei Gesagt, dass
dieser Mann nun unter dem Schutz des Nordens, der Shaz Khar, und ihrem Schwertarm, meinem Herren steht.
Auf die herabgestürzte Steinsmasse zeigend, der die Reisenden davon abhielt den Pass zu durchqueren, trat er näher an den Jungen ran:
"Ihr werdet Hilfe benötigen um Eure Freunde zu befreien. Hilfe die mein Herr Euch geben kann!"
Samuel
26th April 2005, 22:19
Es hatte hier bestimmt ein paar Tage geregnet und das hat den Bergsturz ausgelöst. Ein rießiger Felsblock blockierte die Straße, mehrere kleine rechts und links davon und eine Menge Schutt. Das wird nicht leicht zu knacken werden, dachte Gonzo.
Er drehte sich um und schaute sich die Fremden an. Das einer kommt, damit hatte er gerechnet, aber woher kamen plötzlich diese Kuttenträger? Das alles roch nach Problemen, die er gar nicht gebrauchen konnte. Ihm reichte jetzt schon dieses eine und die Siedler dahinter, machten es nicht einfacher. Es fing schon an, als er den Siedlertransport erreichte und zum ersten mal über die Barriere geklettert ist. Der Transport schlängelte sich wie eine Perlenkette um den Berg.
Ein alter Mann hatte ihn festgehalten. "Wo ist die Kavallerie? Ihr wollt wohl nicht behaupten, dass ihr alles seid, was der Herr uns geschickt hat?" hatte der Alte geblökt. Ruhig hatte Gonzo geantwortet: "Doch ich bin die Kavallerie, was immer ihr auch damit meint." und hatte sich daraufhin wieder zur Unglücksstelle umgedreht. "Ein Mann gegen einen Berg!" hatte es hinter ihm gehöhnt, als er wieder auf die andere Seite geklettert ist.
Und jetzt auch noch diese Fremden. Alles andere als hilfreich. Na gut dachte Gonzo. Immer ein Schritt nach dem anderen. Und ging auf die Fremden zu, die ihn erwartungsvoll ansahen. Doch anstatt stehen zu bleiben, ging er um die nächste Kurve und war plötzlich verschwunden. Die zwei Fremden schauten sich entgeistert an und folgten ihm ohne Worte. Sobald sie ihn wieder sehen konnten tat Gonzo etwas sehr merkwürdiges. Er zog sein Schwert und rammte es in den Boden. Dann ging er wieder auf die beiden zu. "Mir ist gleich wer ihr seid und was ihr wollt, aber wer eine persönliche Audienz bei mir will stellt sich hinter dieses Schwert! Ich habe jetzt zu tun", bahnte sich seinen Weg durch die zwei und klettere über das Geröll.
"Was nun großer Mann?" spuckte der Alte "Wollt ihr den Berg wegpusten, oder gar wegzaubern?" Gonzo baute sich vor dem Alten auf und sagte: "Bis Mitternacht ist der Stein verschwunden, dafür garantiere ich" Der Alte fing an loszuprusten und wollte sich lauthals Luft verschaffen, aber als Gonzo den Arm nach oben nahm verstummte auch dieser. "Ich bin weder hier, um eueren Spott zu ernten, noch eueren Unmut zu ertragen. Ich bin hier, weil ich Probleme löse. Wenn du mich daran hindern möchtest, werde ich dir meinen Unmut zeigen. Wenn ich euch aber helfen soll, dann tut jeder das was ich sage. Sind wir uns da einig?" Gonzo schaute in die Menge. Jedes Gesicht, das er anschaute, in dem konnte er jetzt Hoffnung sehen. Mit einem Nicken quittierte jeder seine Bereitschaft. "Morgen früh können wir in dem Außenposten sein" sagte er vollen ernstes und die Hoffnung breitete sich aus wie das Feuer in einem Heuhaufen.
Kurz und knapp teilte er die Siedler in Gruppen auf und sagte jeder was sie zu tun hatte.
"Ok.., "rief er "…seid ihr alle bereit diesem Berg zu zeigen, aus welchem Holz Ihr geschnitzt seid? Dann an die Arbeit!" Und unter Schlachtrufen begann jeder mit seiner Arbeit.
Eine Gruppe Männer sollte den Weg zurücklaufen und jeden Baum fällen, den sie finden konnten. Der Rest der Männer war dafür zuständig, die blanken Stämme hier her zu bringen. Die erste Hälfe Frauen sollte die Geröllbrocken vom Schutt befreien. Die andere hatte die Aufgabe aus Seilen ein Tau zu knüpfen. Je länger desto besser und mindestens so dick wie eine Faust.
Die Kinder hatten natürlich auch eine Aufgabe: Aber bevor Gonzo sie losschickte versammelte er alle um sich. "Ihr habt die wichtigste Aufgabe von allen…" fing Gonzo an zu flüstern " Ihr müsst dafür sorgen, das die ganze Gegend hell erläuchtet wird. Ihr werdet den Göttern die Botschaft schicken, dass wir diese Prüfung bestehen werden. Hier soll es Taghell werden, als ob Eor persönlich über uns wacht. Zeigt, dass wir zum kämpfen bereit sind. Unser Tritt ist fest und unser Blick umsichtig. Ich möchte, dass keiner von Euch den Spott Eor's auf sich zieht, in dem auch nur einer hier von uns, sich verbrennt oder hier diesen Abhang herunter fällt. Habt ihr mich verstanden?" Alle Köpfe nickten eifrig.
"Also ich will da, da, und dort Fackeln..." und deutete auf die besagten Stellen. " und auch bei den anderen Frauen. Ich will große Feuer gute 10m von hier und auf der anderen Seite. Du, du und du, ihr versorgt die Großen mit Wasser. Schafft ihr das?" wieder eifriges Nicken der Kinder. "Wie haben eine Mission, also lasst uns schwören" und Gonzo kniete sich nieder, packte seine Hand in die Mitte und wartete bis jede einzelne Hand auf der seinen ruhte: "Wir wollen unser bestes tun um unsere Eltern zu ehren. Wir wollen mit Vorsicht und Nachsicht die Aufgabe mit besten Wissen und Gewissen erfüllen. Wir werden auf uns und auf unseren Nächsten achten und uns in keine Gefahr bringen, auf das wir alle heil nach Hause zurückkehren. Eor ist unser Zeuge." Dann warfen alle die Hände nach oben und zerstreuten sich.
Gonzo stand auf, sah dem Soldaten ins Gesicht. Er war tatsächlich über das Geröll geklettert. "Sind die Kuttenträger wieder weg?" fragte Gonzo und war sichtlich erleichtert, als der Soldat es mit einem Nicken quittierte. "Das waren Soldaten des Szas, die lässt man nicht einfach so stehen." sagte der Soldat " Die werden mächtig sauer..." "Du Soldat" unterbrach er den Fremden "Das einzigste, was mich jetzt interessiert ist dieses Steinchen da hinter dir. Und wenn du sagst, das die Kuttenträger fort sind, dann hab ich jetzt eine Sorge weniger!" "Aber das waren die Soldaten des Szar! Entweder ihr seid verdammt dumm oder verdammt mutig", schrie der Soldat, aber Gonzo winkte ab und meinte schulterzuckend: "Ich bin verdammt, das reicht doch. Da nimm den dünnen Stamm und hilf den Frauen oder jemand anderem. Hier gibts genug zu tun." Ohne eine weitere Reaktion abzuwarten, drehte Gonzo sich um und ging.
Feanor
27th April 2005, 17:18
"Wer glaubt ihr eigentlich wer ihr seit", rief Caranthir, dem Jungen folgend.
"Ich werde sicher nicht mit irgendwelchen Frauen Seile flechten.
Wenn ihr eure Ehre so beschmutzen wollt, und euch mir nicht im Kampfe stellt, verzichte ich vorerst auf meine Forderung, allein um zu sehen welches Interesse die Schülerschaft an euch hat.
Aber ersteinmal sollt ihr zeigen, wie ihr diesen Menschen helft, ich bin gespannt."
Samuel
27th April 2005, 17:59
Gonzo fasste überall mit an und half wo er konnte. Selten musste er Anweisungen geben. Feuer brannten diesseits und jenseits der Straßensperre. War eine Gruppe fertig, so bekamen sie neue Aufgaben. Die Frauen, die mit dem Schutt fertig waren unterstützten die Seilmannschaft. Die Holzfäller fingen an größere Riefen, quer in die Rückseite des riesigen Felsblockes zu schlagen. Die anderen Männer bewegten die größeren Felsbrocken zur Kante des Abhangs. Kinder die noch unbedingt etwas tun wollten bekamen den Auftrag jedes noch übersehene Stück Seil zu finden und zusammen zu tragen.
Manchmal beobachtete Gonzo den Soldaten. Zu erst schaute er nur zu, dann reichte er ab und zu eine helfende Hand, doch jetzt legte er sich mächtig ins Zeug. Er war versiert und leitete die Leute gut.
Zwischenzeitlich zeigte Gonzo den Männern, wie man "kinderleicht" die Baumstämme als Hebel nutze, um die Felsbrocken nach unten rollen zu lassen. Außer 2 ausgewählte Große, etwa gleich groß und mehrere eckige Kleine. Aber keiner wusste für was sie noch nütze waren. Die Frauen brachten das Tau. Es war so schwer, dass alle es tragen mussten. "Ausgezeichnete Arbeit" stellte Gonzo fest. Jetzt begann das Finale:
Man bewegte die zwei übrigen Felsbrocken ganz dicht an die Kante. Ganz nah, rechts und links von dem riesigen Block, die kleineren in einem Abstand daneben. Dann warteten alle auf die nächste Anweisung.
"Also wir legen das Tau um die beiden Brocken und führen es hinter der Großen da lang…" sagte Gonzo "Es muss straff sitzen. Dann stoßen ihr vier und ihr vier diese beiden herunter, aber das muss gleichzeitig passieren. Sobald das geschehen ist kommt ihr hinter und unterstützt die anderen. Wir werden den Großen schon zum rollen bringen, in dem wir hier und hier hebeln. Du Soldat, sorgst auf der anderen Seite für das nötige Gleichgewicht und den richtigen zeitlichen Ablauf. Ich verlass mich da voll und ganz auf dich. Also Leute, schnüren wir unser Paket." Der Soldat fragte sich, ob der Kerl jemals auch nur ein Widerwort akzeptierte. Aber hier ging es nicht um ihn und dem kräftigen Kerl, hier ging es um die Menschen.
Das mit dem Tau war leichter gesagt als getan. Es bedeutete eine heiden Arbeit das Tau um die großen Steine zu legen. Der Soldat war es letztendlich, der die glorreiche Idee hatte, wie man auch ohne Knoten zurecht kam. Er legte das eine Ende parallel zu dem Rest des Taues, durchstach sie mit Holzstiften und umwickelte das ganze richtig fest mit einem Seil.
"Alle auf Position! Hat jeder eine feste Position und einen festen Hebelpunkt?" fragte Gonzo. Jeder der Reihe nach antwortete mit einem lauten und kräftigem "Ja".
"Also auf 3…" schrie Gonzo und fing an anzuzählen. "Eins" und jeder atmete kräftig ein. Alle anderen hielten jetzt die Luft an. "Zwei" jeder der Männer spannte sich an, "Drei" und unter wildem Aufschrei brachten die Männer den Berg zum Beben. Zuerst wurden die beide Größeren Brocken über die Kante geschoben. Das Tau straffte sich noch mehr, es dehnte sich, aber es hielt. Der Block bewegte sich keinen Millimeter. Die hinterste Reihe schaffte es ihn leicht auf dieser Seite anzuheben. Sofort wurden neue Hebel angestetzt, aber noch reichte es nicht. Die Männer pressten sich noch mehr in die Baumstämme, andere hingen schon. Aber der Block kippte nicht. Der Soldat rief einige Durchhalteparolen und spornte die Männer an. Aber der verfluchte Krepel wollte einfach nicht kippen. Im dem Moment, als der Block drohte wieder auf den Boden Aufzusetzen eilten die Frauen zu Hilfe und fassten mit an. Und plötzlich, ganz langsam hob sich die dem Berg zugewandte Seite. Er kippte und die zwei Steine zogen den Felsblock mit in die Tiefe. Mit einem Donnern stürzten sie den Abhang hinunter, der Boden bebte und dann war es still. Einige gingen vorsichtig an die Kante und überzeugten sich, dass er auch wirklich weg war. Andere warteten, bis das Beben in den Gliedern aufhörte, aber es war die Erschöpfung die sie zittern ließ. Gonzo ging auf den Alten zu und durchbrach als erster die Stille: "Wer hat gesagt, es sei unmöglich ihn einfach wegzupusten?" Der Alte stieß einen Freudenschrei aus und alle brachen in Jubel aus. Die Menschen umarmten sich unter Tränen. Einige Kinder umrankten Gonzo und drückten ihn fest. Er strich ihnen durch die Haare und sagte das er stolz auf sie war: "Ihr habt eure Aufgabe prima erfüllt". Jetzt war auch das letzte Kind bei ihm und unter einem wilden Aufschrei kippte er nach hinten und fiel zu Boden. Alle lachten. "Kinderleicht einen Felsen zum umkippen zu bringen" schallte es aus der Masse.
Als Gonzo wieder auf die Beine kam ging er auf den Soldaten zu, reichte ihm die Hand "Gute Arbeit. Ich bin Gonzo Rodriques…"
Adular
27th April 2005, 19:44
Inzwischen war begann es zu dämmern. Kron war an etlichen Siedlungen vorrübergekommen, doch wollte er sich so lange wie möglich außerhalb der Orte halten, um nicht etwa von seinen Eltern vorschnell gefunden zu werden. Auch Kontakte zu anderen Reisenden oder Händlern hatte er aus diesem Grund vermieden und sich sogar das eine oder andere mal in den Büschen versteckt, um nicht erkannt zu werden. Die verbleibend Verpflegung war bei zwei weiteren Zwischenpausen drauf gegangen und so langsam meldete sich sein Magen schon wieder. Nun gut, das gehörte wohl zur neuen Freiheit dazu...
Er ging noch so lange weiter, bis er nicht mal die Hand vor Augen erkennen konnte. Ein wenig mulmig war ihm nun schon. Wie toll sich doch die Geschichten von mutigen Kriegern, die gegen wilde Monster und hinterhältige Räuber kämpfen anhören, wenn man selbst in der warmen Taverne in trauter Runde sitzt...
Leicht zögernd schlug er sich ins Unterholz und hoffte, dort eine ruhiges Plätzchen für die Nacht zu finden. Wenn Vater und er auf den weiter entfernten Hügeln arbeiteten, hatten sie auch schon öfter im freien genächtigt, doch jetzt so ganz allein war es irgendwie ungewohnt.
Was hatte er ihm erklärt? Richtig, die Wahl des Rastplatzes ist entscheidend. Meide Ameisenhügel.. (Nun an die Erfahrung konnte er sich noch gut erinnern..) Sollte er auf noch etwas achten?! Egal, er war hundemüde und die kleine Senke umgeben von ein paar Büschen erschien ihm ideal. Als er sich auf dem Boden ausstreckte, sah er sogar den Sternenhimmel. Immer noch mit sich und der Welt zufrieden schlief er ein... und schreckte kurz darauf wieder hoch. Was war das? Hörte er da nicht ein Klopfen und Prasseln, das näher kam?! Vorsichtig öffnete er wieder die Augen und sah sich langsam um. Immer lauter wurde das prasselnde Geräusch und plötzlich schlug ihm etwas auf die Nase! Erschrocken zuckte er zusammen und befühlte die feucht triefende Stelle.. NASS! Noch bevor er sich über seinen eigenen Schrecken ärgern konnte, begann es wie aus Kübeln zu regnen. Dicke schwere Tropfen verwandelten den Boden um ihn herum in kurzer Zeit in eine Schlammgrube und durchnässten ihn bis auf die Knochen.
Jetzt fiel ihm auch der zweite Punkt bei der Wahl eines Schlafplatzes ein:
Leicht erhöht, mit schützendem Blätterdach gegen den Regen...
Samuel
28th April 2005, 10:43
Der Morgen graute schon. Gonzo verabschiedete die Siedler. Der Alte lud ihn ein, mit zu seinem neuen Dorf zu kommen, aber Gonzo lehnte ab. „Ich komme Euch mal besuchen, sobald ich kann. Aber jetzt muss ich mich um andere kümmern.“ Er warte bis der Track sich in Bewegung setzte dann wandte er sich dem Soldaten zu. „Los komm, ich kenn hier in der Nähe ein kleines verstecktes Bergdorf, da bekommen wir das beste Frühstück hier in den Bergen.“
Caranthir schaute auf. „Ein Nein akzeptierst du nicht, oder?“ sagte er skeptisch. Gonzo fing an zu lachen, „Na los komm, lass uns gehen, sobald wir ausgeschlafen haben, dann hab ich eine Überraschung für dich. Und wenn du dann immer noch willst, dann kriegst du dein Duell.“ und ging los. Caranthir blieb stutzig sitzen, irgendwie konnte er sich auf diesen Jungen keinen Reim machen. „Hey sag mal was bist du eigentlich für einer“ fragte Caranthir und setzte sich in Bewegung. „Du siehst aus wie ein Bauer, Arbeitest wie ein Baumeister und befehligst die Leute wie ein Soldat. Aber irgendwie scheinst du nichts von alledem zu sein.“ „Ach weist du ich bin…verflucht“ brüllte Gonzo „Mein Schwert ist fort. Och das gibt’s doch nicht. Ich musste schon mein Beil hergeben und jetzt das. Das mit dem Duell wird wohl noch ne Weile warten müssen.“ meinte Gonzo scherzhaft und ging weiter. „Ich hoffe es war kein Freund von dir? Los komm ich hab Hunger wie ein Brom. Erzähl mir von den seltsamen Kuttenträgern, was sind das für welche?“ Caranthir schüttelte den Kopf. Innerlich fragte er sich wie man nur mit so einer Leichtigkeit durchs Leben wandeln konnte. Aber die Kuttenträger, wie er sie nannte, das war in der Tat seltsam. „Hey großer Junge warte. Auf dich muss noch jemand aufpassen…“ und setzte sich wieder in Bewegung.
bretto
28th April 2005, 20:20
...Das Lagerfeuer erhellte die kleine Lichtung mit trüben Licht und liess die Schatten auf den umliegenden Bäumen und Sträuchern tanzen. Nahe bei ihrem Reittier lag eine kleine Gestalt, eng in ihre Decken gekuschelt und sich im Schlafe leicht unruhig hin und her wendend.
Wenige Meter entfernt, unter den herabhängenden Zweigen einer alten Eiche hockten die beiden Verfolger der Gestalt. Die Jagd hatte sie einiges an Kräften gekostet - mehrere Tage waren sie mit wenigen Stunden Schlaf pro Nacht auf der Fährte des Mädchens und dessen Bewachers geblieben, bis sie sich schliesslich entschlossen hatten den Weg in einem Bogen zu verlassen um den beiden auf direktem Weg selbigen abzuschneiden und einen Hinterhalt vorzubereiten.
Zu ihrer Verwunderung waren sie nun abseits jedes weges auf das lager des Mädchens gestossen - von dem Krieger keine Spur. Anfangs hatte Lorak mit einer Falle gerechnet und die Umgebung des kleinen Lager weiträumig ausgespäht, doch nach einigen Stunden hatte er eingesehen, dass die Kleine alleine war. Irgendetwas musste passiert sein dass sie sich von ihrem Begleiter getrennt hatte.
"Naja gut für uns, würde ich sagen." grinste Rangor seinen Gefährten an, als dieser ihn unterrichtete. "Was denkst du? einfach rein und das Gör schnappen?"
Lorak betrachtete das Bild dass sich ihm bot angestrengt:
"Ich weiss nicht, sie scheint nicht gerade erfahren zu sein, was das reisen in der Wildniss angeht - zuwenige Decken unter sich und das Gesicht zum Feuer, könnte aber dennoch eine Falle sein. Besser ich gehe alleine und du wartest hier falls der Kerl doch irgendwo in der Nähe ist."
Ohne ein weiteres Wort schlich der dunkel gekeidete Mörder über die kleine Lichtung ständig darauf bedacht sich zwischen dem prasselnden Feuer und dem schlafenden Mädchen zu halten. Seine Linke umschloss beinahe zärtlich die Klinge eines seiner Wurfmesser - die einzige Versicherung der er traute, naja neben Rangor aber bei Rangor war er manchmal nicht so sicher.
Langsam schlich er näher - die Kleine schien wirklich fest zu schlafen. Ein Grinsen huschte über Loraks Gesicht als er sich langsam hinunterbeugte und geschmeidig seine Rechte ausstreckte, als das Mädchen sich plötzlich aufrichtete und ein blitzender Dolch zwischen der Decke hervorzischte und sich tief in den rechten Oberschenkel des Diebes grub.
Ein nterdrücktes Stöhnen entrang sich der Kehle des Attentäters und er warf sich instinktiv auf sie und zwang ihr den Arm auf den Rücken, ohne näher auf den Schmerz in seinem Bein zu achten.
Als er die Kleine mithilfe seines Messers, welches er an ihre Kehle legt davon überzeugt hatte endlich Ruhe zu geben, besah er sich dich Schlamassel näher - zwar schien keine wichtige Arterie verletzt, dennoch klebten seine Beinkleider bereits an der Haut und triften vor Blut, doch dass war nicht Loraks grösstes Problem - viellecht hätte er doch nicht damit rechnen sollen, dass das Mädchen so einfach kapitulierte. Zumindest dachte er das bei sich, als sie ihm ihr Knie in die Lenden rammte und aufsprang um zum nahen Waldrand zu sprinten - ihr Fehler dachte Lorak noch, während er durch die blutigen Schleier vor seinen Augen eine Hand gegen den Schädel des Mädchens krachen sah.
Mehr bekam er allerdings nicht mehr mit, denn sein Mageninhalt drängte pochend nach oben und Lorak sank würgend vollkommen zu Boden und begann sich lautstark zu erbrechen...
Feanor
29th April 2005, 09:22
"Die "Kuttenträger, das waren Soldaten der Schülerschaft.
Im Norden und Süden dieses Landes haben 2 dunkle, unmenschliche Mächte Festen aufgebaut, Trutzburgen errichtet.
Die Shaz Khar des Nordens sind mit den Caldea des Südens spinnefeind.
Die Shaz Khar im Norden haben einige Ritter auserwählt ihnen als Schüler, andere sagen als Sklaven, zu dienen.
Festhalten muss man also, dass die Reihe der Schüler lang ist, große und edle Ritter waren bei ihnen Mitglied, das muss man ihnen lassen.
Die Schülerschaft sorgen im Norden, hinter den Pässen, gemeinsam mit ihren Meistern für Frieden, niemand darf dort die Hand gegen einen anderen erheben.
Die Soldatend er Schülerschaft gehören zu der Elite Alirions, ich selber habe mich noch nicht mit einem messen müssen, doch kenne ich Soldaten, die davon mit schaudern erzählen.
Selten begeben sie sich bis nach Zentral, auch wenn sie hier einige Trutzburgen besitzen.
Das sie sich für euch interessieren ist interessant, und gefährlich.
Ihnen kann man nicht trauen, solange sie unter der Herrschaft ihrer Meister stehen, seltsame Faktoren bestimmen ihr Handeln und das Wort der Meister ist Gesetz und deren Gedankengänge sind verworren wie ihre Grammatik.
Aber ihr seit meiner Frage ausgewichen.
Wer seit ihr?"
Samuel
29th April 2005, 13:07
Maria, kam langsam wieder zu Bewusstsein. Ihr Kopf schmerzte. Vorsichtig versuchte sie die Dinge der Umgebung wahrzunehmen. Sie hatte gespürt, dass etwas ganz in ihrer Nähe war. Dieser Schauer, der sich wie die kalte Hand des Todes auf ihren Rücken legte, es war wie damals, als sie dem Jungen begegnete. Jetzt hatte sie den Schatten gesehen. Er hatte also ein Gesicht.
Langsam versuchte sie den Schmerz in ihrem Kopf zu verdrängen. Nur ruhig bleiben. Sie versuchte ihre Gliedmaßen zu bewegen. Schulter, Arm, Hände, die Finger waren taub. Sie wurde also an den Baum gefesselt. Hüfte, Beine, Zehen, alles in Ordnung. Also nur die Hände. Mit Vorsicht öffnete sie die Augen. Sie konnte ganz deutlich eine zweite Person sehen, die sich um den Schatten kümmerte. Sie hatte ihn schwer verletzt. Er würde zwar nicht daran sterben, aber er würde wohl eine ganze Weile nicht mehr laufen können. Ja, sie hatte noch eine Menge andere Sachen von ihren Brüdern gelernt. Und diese Fesseln, stellten nun wirklich kein Hindernis dar. In wenigen Stunden würde sie die Wickenburg erreichen. Hier kannte sie jeden Baum, jeden Stein. Sie würde ihren Vorteil zu nutzen wissen. Diese Einfallspinsel würden schon merken, wer hier Jäger und Gejagter ist. Mit einem Lächeln stahl sie sich in die Finsternis.
Feanor
30th April 2005, 18:39
Caranthir unterbrach sich und zeigte nach vorne, wo grad ein Mann um eine Ecke bog.
"Seht, ein Wanderer.
Selten habe ich so weit nördlich im Kesselgebierge einzelne Männer beobachten können.
Vorallem trägt dieser Mann seinen Mantel so, wie es die Soldaten der Magistraten damals taten.
Was er wohl so weit im Norden zu suchen hat?.
Vielleicht wird er gesprächiger sein als ihr, wenn es darum geht seine Identität zu lüften."
Der Fremde war nun auf wenige Schritte näher gekommen und Caranthir erhob die Stimme:
"Grüße Freund, verweilt einen Augenblick bei uns.
Wie kommt es, das ein Mann in der Kleidung des Südens alleine dort wandert, wo sein Erscheinen den Tod bedeutet?
Die Caldea haben sich von uns Menschen abgewand, und ihre Diener haben sich der Freiheit zugewand.
Seit ihr ein Spitzel des Nordens, der heimkehrt, oder ein leichtgläubiger, der einen Billigen Mantel gekauft hat?"
Garth
30th April 2005, 19:35
Zwei Gestalten näherten sich Dros ac Caldea und es waren deutlich erkennbarkeine Schüler.
"Bah Schüler dies widerlichen, aroganten Bastarde , diese .... ", Dros unterbrach seinen Gedanken, das war jetzt nicht wichtig.
Er faltet die Karte zusammen und erhoben sich um den Beiden entgegen zu gehen.
Einer war wie ein einfacher Mann gekleidet, während sich sein Gefährte wie ein kampferprobter Soldat bwegte. Beide waren mit Schwertern bewaffnet.
Alles in allem keine Gefahr auch wenn sie Freunde dieser widerlichen, aroganten, Ba.. wären , dachte Dros.
Der Soldat hob die Hand und sagte : "Grüße Freund, verweilt einen Augenblick bei uns.
Wie kommt es, das ein Mann in der Kleidung des Südens alleine dort wandert, wo sein Erscheinen den Tod bedeutet?
Die Caldea haben sich von uns Menschen abgewand, und ihre Diener haben sich der Freiheit zugewand.
Seit ihr ein Spitzel des Nordens, der heimkehrt, oder ein leichtgläubiger, der einen Billigen Mantel gekauft hat?"
Dros war schockiert er ein Spitzel des Nordens... , doch dann lache er laut los, nachdem er sich beruhigt hatte, entgegnete er: " Werte Fremde willkommen hier drausen in dieser Ödnis. Ja wahrlich ist dies ein Fleck an dem ich nicht häufig wandle, aber ein Gelehrter strebt danach alle Gegenden zu kennen, nicht nur die nähsten ."
" Doch was treibt euch in diese Gegend?"
Feanor
30th April 2005, 19:42
"Oh dies und das.
Ich habe meinen Freund hier einige Tage in der Absicht verfolgt ihn zu töten, und inzwichen sind wir auf der Suche nach einem Frühstück.
Zwichendurch sind wir noch einigen Soldaten der Schülerschaft begegnet, die allerdings die Unhöflichkeit meines Freundes nicht lange ertragen konnten und sich zurückgezogen haben.
Caranthir von Tirion ist mein Name und ihr seit ...?"
Garth
30th April 2005, 21:11
" Mein Name ist Dros, ich bin ein Gelehrter und ziehe durch die Länder um sie kennenzulernen und die sammle Pflanzen und zeichne Tiere. WO habt ihr denn Schüler gesehen, sind sie noch in der Nähe? UND
wieso wolltet ihr ihn töten?" fragte Dros mistrauisch, " seid ihr ein bezahlter Mörder?"
Samoobrona
1st May 2005, 14:09
"Sie versucht zu fliehen", flüsterte Lorak, dem der Schmerz ins Gesicht geschrieben war. "Natürlich tut sie dass, schließlich habe ich sie nur mit einem dünnen Lederseil gefesselt. Aber ich weiß wo sie hinwill, sie wird uns helfen der Wickenburg ein Kleines Vermögen zu stehlen." Rangor begann zu lachen, glucksende Worte waren nunmehr schwer zu verstehen, " Odr wr nehmse gleich ganz in unsren Bsitz!"
Loarak stimmte in das Lachen ein, trotz seiner Verletzung war er sich bewusst das Rangor wie immer einen Schritt weiter gedacht hatte....
Samuel
1st May 2005, 14:27
"Nein" antwortete Caranthir. Die Geschichte könnte er bei einem deftigen Frühstück erfahren.
Aber Dros schlug die Einladung zum Frühstück aus. Er wollte sich etwas die Spuren der Schüler ansehen. Er würde sie am Abend wieder treffen meinte er und verschwand.
Gonzo schaute verschmitzt den Soldaten an. „Wenn ich dir sage, ich bin Gonzo Rodriques, dann wirst du dich damit wohl nicht begnügen, oder?“ Caranthir schüttelte den Kopf. „Hm, das hatte ich mir schon gedacht. Mir persönlich gefällt die Vorstellung ein Bauer zu sein, aber ein Bauer bin ich nicht. Noch besser ist natürlich ein Handwerker, aber ein Meister bin ich auch nicht. Soldat, das passt schon eher. Wäre ich im Heer, dann wäre ich sicher ein Offizier. Aber meine Bestimmung ist nicht das Töten.“ Caranthir wurde langsam gereitzt. „Du sprichst in Rätseln, warum willst du es nicht sagen?“ „Tja weißt du mein neuer Freund, das wirst du schon selbst herausfinden müssen. Drei Hinweise hast du ja schon… oh wir sind da. Na das wird eine Überraschung“ und beendete die Unterhaltung mit einem lauten Lachen.
Es war ein idyllisches Dorf, direkt an einem Berghang gelegen. Kinder kamen auf die beiden zugerannt und begrüßten den großen Kerl voller Zuneigung. Er schnappte sich den Kleinsten, nahm ihn auf den Arm und deutete zum weiter gehen. Immer mehr Dorfbewohner kamen auf sie Straße, und begrüßten die Beiden. Vor einer alten Frau blieb Gonzo schließlich stehen, setzte den Kleinen ab und kniete sich hin. „Ich habe dich schon erwartet, mein Großer“ sagte die Alte und schloss ihn in die Arme.
Beide bekamen gleich ein riesiges Frühstück. Nur die alte Frau unterhielt sich mit Gonzo, während die anderen von draußen durch das Fenster in das Dorfhaus schauten. Völlig in Gedanken versunken grübelte Caranthir über diesen Burschen nach. Wie konnte ein einzelner Mann nur so viel Aufregung erzeugen. Ein kleiner Klapps von Gonzo ließ ihn aufschauen. Er verabschiedete sich zum schlafen gehen und ließ den Soldaten unschlüssig sitzen. Verwundert schaute der Caranthir die Alte an. Sie lächelte ihn an und sagte: „Ein Bauer ist er nicht, kein Handwerker und auch kein Soldat.“ Caranthir machte große Augen, das waren die Worte, die gerade durch seinen Kopf schossen. Konnte sie etwa… „Nein…“ sagte sie „...aber ich hab es in deinem Gesicht gesehen. Er selbst hält sich nur für einen einfachen Mann, aber seine Bestimmung ist eine andere. Für uns ist er der „Wasserträger“.“ Da Caranthir offensichtlich nicht verstand, setzt sie sich zu ihm und erzählte die Geschichte, wie er damals in ihr Dorf kam. Sie war gerade zur Dorfältesten gewählt worden. Es war eine fürchterliche Zeit. Schwere Unwetter hatten das Dorf heimgesucht und als der Brunnen versiegte, da drohte die Dorfgemeinschaft zu zerbrechen. Es war ein böses Omen. „Er glaubte noch nie an so etwas“ meine die Alte scherzhaft und erzählte, wie er an dem anderen Berg eine heiße Quelle fand. Er baute mit den Bewohnern eine Leitung und rettete so das nicht nur das Dorf.
Caranthir war inzwischen eingeschlafen. Die Alte deckte ihn zu und strich ihm über den Kopf. „Auch du hast eine Bestimmung.“ sagte sie „Er wird dir helfen sie zu finden“ und ging vor die Tür.
Es war schon kurz vor Abend.
Die Überraschung war gelungen. Ein heißes Bad und die anschließende Massage war unglaublich revitalisieren. Die beiden standen vor einem Steilen Abhang.
„Ich hoffe ich habe nicht zu viel versprochen“ meinte Gonzo nach einer Weile. „Nicht schlecht, ich frage mich nur, warum du von zwei Frauen verwöhnt wurdest.“ antwortete der Soldat. „Du irrst dich mein Freund. Mir gehörten alle drei. Scheint heute wohl dein Glückstag zu sein.“ sagte der Große mit einem Lachen und schaute auf das Tal, das sich vor ihnen ausbreitete. „Und bist du mit deinem Rätsel weitergekommen?“ fragte Gonzo nach. „Nicht viel, nur das die Alte viel auf dich hält. Sie nannte dich den Wasserträger“ meinte der Soldat. Gonzo musste unwillkürlich lachen. „Siehst du das Tal, es ist umgeben von 5Dörfern dieser Art. In dem nächsten Dorf werde ich der Feuerschlucker genannt, in einem nennen sie mich den Herrn des Windes. An dem andern Ende liegt eines, da werde ich als der heilende Riese bezeichnet. Sie haben lauter solche komischen Namen für mich.“ „Das klingt ja alles sehr mystisch“ sagte Caranthir nicht ohne Interesse. „als ich mich der alten Frau unterhalten habe, da kam es mir vor, als würde sie jeden Gedanken erraten“ „Oh ich bin sicher, dass kann sie auch. Sie kommt aus dem Tal da unten, das Tal der Seher. Sie sind hier sehr empfänglich für solche Sachen. Wenn irgendein Problem ist, dann halten sie es für ein schlechtes Omen und sitzen die Sache aus. Dann kommst du, löst die Sache mit Köpfchen und sie nennen es Vorhersehung oder Bestimmung. Ich hab's versucht ihnen zu erklären, aber sinnlos, die hören mit ihrem Quatsch nicht auf. Es ist wie mit dem Bergrutsch letzte Nacht. Die haben echt darauf gewartet bis jemand kommt und den Weg frei zaubert.“ Ja das Gefühl hatte Caranthir auch. „Wie heißt du in dem fünften Dorf?“ fragte er neugierig. Gonzo’s Gesicht wurde steinern. Er drehte sich zum gehen und sagte leise: „Dieses Dorf ist nur noch eine Ruine“ Ohne weitere Erklärung ließ er den Soldaten alleine.
Adular
3rd May 2005, 17:26
Ziemlich steif und mit knurrendem Magen erhob sich Kron am nächsten Morgen. Der Guss war kurz und heftig gewesen, aber der trockene Boden hatte den größten Teil der Feuchtigkeit schon wieder aufgenommen. Nur die Schlammflecken auf Hemd und Hose würden wohl nicht so schnell „wegtrocknen“…
Nun in nicht mehr ganz so hochtrabender Stimmung wie gestern noch, machte er sich wieder auf den weg. Er musste etwas zu essen auftreiben. Nur wie?!
Er könnte es ja mal mit der Jagd versuchen. Sofort begann er sich umzuschauen. Tarek, einer der obersten Heerführer in Doreenos, nahm ja öfter mal Trupps von unerfahrenen Dorfbewohnern mit, um Kirus oder Darakas zu erlegen. Also konnte das wohl nicht ganz so schwer sein, dachte Kron zumindest…
So lief er den ganzen Vormittag über die weiten Ebenen und hielt nach erlegbarem Wild Ausschau. Als er durch ein kleines Wäldchen kam, hörte er weit entfernt einige grunzende Laute. Sofort war die Axt in seiner Hand, und der nagende Hunger ließ ihn alle Vorsicht vergessen. Er rannte den lauten nach, bis er kurz vor einem dichten Gestrüpp stand. Die Ursache für das grunzen musste sich direkt dahinter befinden. Weit zum Schlag ausholend brach er durch das Dickicht und stand…
direkt vor einem Palthur. Die Bestie hatte sich gerade über ein erlegtes Daraka gebeugt und wühlte mit ihrem Kopf in dem Kadaver. Vom eigenen Schwung getragen stolperte Kron noch zwei Schritte vorwärts und prallte dann gegen das ihm zugekehrte Hinterteil des Tieres. Mehr erschrocken, als wirklich getroffen prallte es zurück und machte zwei ungeschickte Schritte über sein erlegtes Opfer. Zornig warf es den Kopf zurück und schnappte mit weit aufgerissenem Kiefer nach dem Störenfried. Doch Kron dachte gar nicht daran, sich fressen zu lassen. Durch den Aufprall auf das Palthur nun vollends zum stehen gekommen, warf er sich herum und rannte was die Beine hergaben. Peitschende Äste und dichtes Unterholz schienen sich alle Mühe zu geben, ihn daran zu hindern. Hinter sich zeugte wildes Knacken und immer wütenderes Knurren davon, dass es seinem Verfolger wenigstens ähnlich ging. Mit der Kraft der Verzweiflung ergriff er einen der tiefer hängenden Äste, und schwang sich daran empor. Konnten Palthure eigentlich auf Bäume klettern? Er würde es bald herrausfinden…
Samuel
4th May 2005, 10:14
Gonzo hatte eine schwere Nacht hinter sich gebraucht. Unruhig verließ er das Dorf im Morgengrauen. Er musste einen freien Kopf bekommen, fern von anderen Menschen. Immer noch konnte er die Schreie aus seinem Alptraum hören. Er rannte, bis ihm die Muskeln schmerzen, doch die Stimmen folgten ihn. Erschöpft brach er zusammen. Er hatte versagt…
An einem anderen Ort, zur selben Zeit erreichte Maria die Wickenburg. Sie hatte einen extra Umweg gemacht, um ihre Verfolger beobachten zu können. Sie waren nicht ungeschickt im Spuren lesen. Immer wieder hielten sie an, selektierten jedes Geräusch und nahmen jede erdenkliche Information aus der Umwelt auf. Manchmal kam es Maria so vor, als ob der Schatten ihrer Witterung folgte, anstatt die Spuren zu lesen. Seine Wunde schien recht schmerzhaft zu sein, aber welcher Mann gibt schon seine Schwäche zu. Er musste eine Menge Schwierigkeiten gehabt haben, ihr auf den schwierigen Wegen zu folgen.
Sie hatte die beiden vor einiger Zeit abgehängt. Jetzt würde sie einen kleinen zeitlichen Vorsprung haben. Die Zeit würde reichen, um die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Alles Schritt für Schritt, dass hatte ihr Bruder bei gebracht.
Eilig machte Maria sich daran, ihren Plan umzusetzen. Es gab eine Menge zu tun, und eine Menge Leute zu sprechen. Mit voller Zuversicht durchquerte sie das Haupttor. Das hier war ihr Revier, ein Vorteil, der sich bald bezahlt machen würde.
Adular
9th May 2005, 09:38
Seit einer Ewigkeit, wie es ihm vorkam, hockte Kron nun auf diesem Baum. Anfangs hatte er noch gehofft, das Palthur würde bald das Interesse an ihm verlieren und sich wieder seiner Beute widmen, doch das war wohl ein Irrtum. Ununterbrochen lief es um seinen Baum, stellte sich dann und wann auf die Hinterbeine und machte sogar ein paar Versuche zu ihm empor zu springen…
Immerhin konnte es ihn nicht ganz erreichen, und so schnappten die mörderischen Fänge immer kurz unter Krons Zufluchtsort zusammen. Fieberhaft überlegte er, wie er bloß unbeschadet von hier wegkommen konnte. Vergessen war der Hunger und das zerrissenen Hemd. Wenn er doch wenigstens seine Axt hier oben hätte, doch die lag nun irgendwo zwischen dem toten Daraka und seinem Baum. Vielleicht konnte er sich von Baum zu Baum hangeln, und so den Wald verlassen…
Sofort machte er sich daran, auf seinem Ast weiter vom Stamm wegzurücken. Stück für Stück näherte er sich dem nächsten Baum. Noch eine Armeslänge, dann konnte er den Ast greifen…
Noch ein halbe…
KNACK! Ein spürbares Zittern ging durch den Ast, auf dem er selbst noch stand und wurde unter ihm sofort mit einem triumphierenden Knurren quittiert. Panisch blickte er zurück und sah mit entsetzen, den immer größer werdenden Spalt zwischen seinem Ast und dem Baum.
Als bestünde die Luft um ihn herum aus Sirup, geschah alles ganz langsam, doch trotzdem unerbittlich. Er nahm seine eigene immer schneller werdende Abwärtsbewegung genauso, wie das auf ihn zueilende Palthur war. Verzweifelt versuchte er einen der vorbeischleichenden Äste zu erhaschen, doch derselbe Sirup, der die Zeit festzuhalten schien, machte sich wohl auch an seinen Armen zu schaffen…
Hart schlug er auf. Er hatte zwar versucht, dem Sturz die größte Wucht zu nehmen, indem der sich mit Händen und Füßen abfing und dann auf die Seite rollte, doch reichte die Kraft immer noch aus, ihm die Luft aus den Lungen zu treiben. Wie betäubt blieb er einen Augenblick lang liegen und versuchte gegen die drohende Ohnmacht anzukämpfen. Langsam lichtete sich der Schleier vor seinen Augen, und seine Gedanken kehrten zurück. Erschrocken fuhr er hoch und sah sich um.
Keine Schrittweite von ihm entfernt lag das Palthur. Kron starrte es ungläubig an. Es sah beinahe so aus, als hätte es sich spontan entschlossen, seine Beute ziehen zu lassen und sich schlafen zu legen. Wäre da nicht der riesige Ast, der quer über seinem Genick lag, und die unnatürlich zurück gebogene Kopfhaltung. Verdattert setzte Kron sich erst einmal, und begann dann fast hysterisch zu lachen. Er lachte bis ihm die Tränen kamen und er meinte zu ersticken. Dann begann er seine Sachen zu suchen.
Dros hatte die spuren durchsucht.. " Typisch dreckige, arogante...," dachte er." Da denken sie das man sie nicht sieht und Trampeln alles nieder und hinterlassen eine Spur wie eine Horde von Broms."
Weiter vor sich hinschimpfend drehte Dros sich um und ging in die Richtung zurück in der er die beiden einsamen Wanderer getroffen hatte.
Samuel
10th May 2005, 22:00
Zu Hause dachte Maria und kaum hatte sie das Tor durchquert, da wurde sie schon vom Wachoffizier Hemacut begrüßt. Er hob sie hoch und umarmte sie wie eine Tochter. Maria nutzte dieses Moment um den alten Hemacut von ihren Verfolgern zu unterrichten. Mit einem "du kannst dich auf mich verlassen" ließ er sie runter und schaute ihr nach, wie sie über den Vorplatz schlenderte. So ist das also, zwei Taugenichtse, die einer jungen Frau nachstellen. Dieses Tor würden die beiden nur über seine Leiche betreten. Seine Männer waren äußerst loyal, ein jeder würde sein Leben für die Bewohner dieser Stadt geben. Erst recht wenn es um diesen blonden Engel geht.
Kinder umragen Maria, als sie den Marktplatz erreichte. Sie freuten sich immer, wenn Maria in der Nähe war. Sie kauerte sich mit ihnen auf den Boden und gab ihnen die Aufgabe nach Fremden Ausschau zu halten. "Nicht ansprechen, nur beobachten. Findet ihr einen, der auf meine Beschreibung passt, dann sagt mir oder Hemacut bescheid."
Beim Schmied bestellte sie sich ein Paar Langdolche. Mit Schwert würde sie bei den beiden nichts ausmachen können, aber ihren Stiel hatten die beiden bestimmt noch nicht gesehen. Zwar war der Schatten in der Nacht dumm genug gewesen sie zu unterschätzen, aber ein zweites Mal würde es ihm nicht passieren. Er hatte eine Menge Erfahrung, das musste sie sich eingestehen. Maria hatte ihn zwar gespürt, dass er sich ihr näherte, aber als er sie plötzlich berührte. Sie war in dem Moment so erschrocken gewesen, dass ihm den Dolch nur in das Bein rammte, anstatt es ihm durch die Rippen zu jagen. Nicht einmal die Sehne hatte sie getroffen. Jetzt war er doppelt so gefährlich, wie ein verletzter Palthur. Und der schwarze Ritter spielte nur den Ahnungslosen. Er hatte sie laufen lassen um sie zur Wickenburg zu führen. Sie konnte sie wieder von der Wickenburg weglocken. Die Zeit war knapp. Die beiden hatten weit mehr drauf, als sie vorgaben. Sie brauchte vor allem ihren Bruder!
Ein lautes Gefluche riss Maria aus ihren Gedanken. "Huunds fortz nochmal, due Lauschbub, nixe haschte geleernt, ah nu schau wasch angerichtet due hascht…" Der Bogenmacher Zinsbart.
Der Lehrling hatte einen Korb mit Eispfeilen fallen lassen. Jetzt waren die Spitzen alle beschädigt. Doch als Maria die Werkstatt betrat, da erleuchtete plötzlich das Gesicht des mürrischen Zinsbarts. Mit einem Lächeln begrüßte er sie: "A Fräulein, ich habsche scho erwartet. Blendend sehns aus. Hier mei Engelsche, der neue Bogen." Mit glühenden Augen zeigte er sein "Meischterwerch" wie er es nannte. Ein Bogen von höchster Qualität, ideal für große Entfernungen. "A mei Hübsche, sins scho bei de Groschen Manne jeweschen?" fragte Zinsbart und zeigte mit dem Daumen auf das Schloss. Nein noch nicht, das war ihre nächste Station. Mit einem Kuss auf die kahle Stirn des Bogenmachers verabschiedete sie sich und machte sich auf zum Großen Mann.
Feanor
11th May 2005, 21:54
In den Herbergsbetten hatte Caranthir besser geschlafen als in den letzten Nächten.
Als er am frühen Vormittag aufstand, war das ganze Dorf bereits auf den Beinen.
Während des Frühstücks, dass er auf einer Bank auf dem Dorfplatz einnahm, sah er sich nach Gonzo um.
Als er ihn nicht entdeckte, fragte er einen Dorfbewohner nach ihm.
"Der Wasserträger? Der ist schon in den frühen Morgenstunden aufgebrochen, wohin weiß ich nicht."
<<Glaubte dieser Narr etwa, ich wäre ihm immer noch gram, wegen dem kleinen Zusammenstoß?
Intresse hatte ich ja schon, ein wenig mehr über ihn zu erfahren, der Alte Pferdehändler erwähnte doch die Wickenburg, dort einen Besuch abzustatten kann ja nicht schaden.>>
Bald darauf hatte er sich von den Dörflern verabschiedet und machte sich auf den Weg, gen Südosten.
Samuel
18th May 2005, 11:09
Gonzo saß auf einem Steinblock und schnitzte an einem Stock. Diese Bäume sind sehr selten und sind nur in dieser Gegend zu finden. Sie wachsen kerzengerade dem Himmel entgegen, sie sind schlank und der Stamm bei ausgewachsenen Bäumen ist kaum breiter als eine geballte Faust. Sie waren ihm schon früher aufgefallen, aber erst bei dem Bergrutsch bemerkte er ihre Härte. Jetzt bastelte er an einem Stab, etwas größer als er war und so breit, dass er den Stock mit der Hand umfassen konnte. Jetzt wo ihm sogar noch das Schwert fehlte brauchte er eine günstige Waffe. Mit einem Metallmantel und einer Enduriumspitze wäre es eine ideale Waffe für Pikeniere. Leicht zu händeln und wahnsinnig stabil, damit könnte man sogar ein Streitross zum stoppen bringen.
Der Große wischte sich den Schweiß ab und schaute Caranthir an. "Ich dachte du wärest schon auf dem Weg" sagte dieser. "Wo sollte ich denn hin?" fragte Gonzo. "Na vielleicht zu deiner Schwester?" stand der Soldat unschlüssig da. "Du warst plötzlich fort". "Erst willst du mich umbringen, jetzt machst du dir Sorgen um mich. Hey, ich hab ne Idee für dich. Was hältst du von einem Duell? Wir kämpfen mit solchen Lanzen, dann wirst du genau wissen, ob du mich geschafft hättest." Ungläubig musterte der Soldat Gonzo. "Aus dir werde ich nicht schlau, wirklich nicht. Das letzte mal, als du so ein Ding in der Hand hieltest, wolltest du vehement nicht kämpfen. Jetzt kommst du mir mit so was. Was ist das nächste?" Gonzo drehte den Stab in der Hand, immer schneller werdend. Schließlich so schnell, dass eine geschlossene Kreisfläche zu sehen war. Dann hörte er auf. "Ich habe viele Ideen, wenn ich so ein Ding in der Hand halte. Primär ist es eine Waffe, aber wenn man sich erst einmal einen Kopf gemacht hat, dann ist es ein Hebel. Wenn man noch länger darüber nachdenkt, hat man was anderes. Hast du schon mal von einem Rad gehört? Ich glaub euer König, hat als erster seine Ideen darüber veröffentlicht. Mir kam auch diese Idee, als ich einen solchen Stock in der Hand hielt. Aber was ist mit dem Duell? Ich kenne auch den perfekten Ort dafür, ganz nah der Wickenburg" sagte Gonzo mit einem Augenzwinkern "Wir können ja noch auf Dros warten, er wollte uns um diese Zeit eigentlich wieder treffen…"
Feanor
18th May 2005, 15:55
"Ein Duell, das ist genau das was ich erhofft hatte wenn ich euch finde. Mein Ziel von Anfang an.
Wenn ich euch besiegt habe, werde ich euch selbstverständlich nicht umbringen, schließlich wäre es schade wenn ein so wirrer Kopf wie eurer Alirion verließe.
Ich hoffe Dross kommt bald, es sieht nach einem Wetterumschwung aus, ich habe keine Lust durchnässt in der Wickenburg anzukommen."
Garth
21st May 2005, 21:56
hastig eilte Dros dem Treffenpunkt entgegen. Missmutige starte er zum Himmel. " In diesem scheiss Land ist nicht mal das Wetter gut", grummelte er. Erleichtert sah er das Gonzo und Caranthir bereits warteten.
Samuel
22nd May 2005, 12:12
Dros hörte auf dem Weg gespannte der Geschichte seiner neuen Bekannten zu. Er hatte es mittlerer Weile aufgeben, über das Wetter zu fluchen, da es Caranthir sich nicht anmerken ließ, dass es auch ihn störte. Gonzo, so hatte man das Gefühl schien gar nicht zu merken, dass es nun in Strömen regnete. Kurz vor dem Ende des Wäldchens, das sie gerade durchquerten, hörten sie eine Frauenstimme schreien. Durch die Bäume hindurch sahen sie die Frau, die verfolgt von zwei Männern um ihr Leben rann. Gonzo wollte schon losstürmen, als der Soldat ihn zurück hielt. Er ging in die Hocke und die anderen taten es ihm gleich. Alle schauten sich an und Caranthir legte einen Finger auf den Mund. Dann zeigte er mit zwei Fingern auf seine Augen und dann in zwei verschieden Richtungen. Gonzo verstand, zwei Bogenschützen hatten sich in den Bäumen versteckt und verfolgten belustigt dem Schauspiel auf der Lichtung. Die drei nickten einander zu und schlichen los.
Samuel
14th April 2006, 23:44
Gonzo schleppte sich durch die Tore der Wickenburg. Tage und Nächte war er umhergeirrt. Seine Wunde an der rechten Bauchseite blutete noch immer. . . Es war ein Falle gewesen, er hatte sie nicht erkannt. Keiner von den Dreien. Sie hatten sich an die Halunken herangespirscht, doch als sie den Hinterhalt bemerkten entfesselten die Räuber einen Sturm. An vieles erinnerte sich Gonzo nicht mehr. Er wusste nur, das ihn ein Schwert in die Seite traf und er an Ort uns Stelle zusammen brach. Was mit Dros und Caranthir passiert war vermochte der nicht zu wissen, denn die Dunkelheit brach schnell über ihn herein.
Auch jetzt, als er die Tore der Stadt erreicht hatte, erloschen langsam seine Lebensgeister. Er taumelte, die Dunkelheit, sie kam wieder. Er musste dagegen ankämpfen. Der Gedanke an seine Schwester war das letzte als das Schwarz der Finsternis ihn einholte...
vBulletin® v3.8.3, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.